USA verlegen F22 in die Ukraine

Das Speigel veröffentlichte heute eine Meldung, wonach laut der Luftwaffen-Staatssekretärin (ist das eine Tippse?) James, Flugzeuge vom Typ F22 Raptor in die Ukraine verlegt werden sollen. Über Anzahl und Standorte gibt es keine Informationen, dafür aber ein bissl Werbung für Lockheed Martin. Mal abgesehen davon, dass US Kampfjets in der Ukraine überhaupt nichts zu suchen haben, begründet James die Stationierung mit fiktiven russischen Militärhandlungen. Gleichwohl dürfte die Stationierung von russischer Seite als Drohgebärde aufgefasst werden.

Die russische Luftwaffe dürfte über die F22 milde lächeln, denn die sind russischen Kampfflugzeugen in jeder Hinsicht unterlegen. Es steht aber zu befürchten, dass die F22 eine Rolle beim (vermuteten) Angriff auf den Donbass spielen sollen.

Die Kernaussage der Speigel-Meldung dürfte aber folgende sein:

[…]die Kampfflugzeuge sollten an Stützpunkte geschickt werden, von denen aus sie auch bei einem möglichen militärischen Konflikt in Europa eingesetzt würden.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/usa-verlegen-f-22-kampfjets-nach-europa-a-1049645.html

MfG
Wanderer

Versprechen soll man nicht brechen

Wie mit einem Versprechen umzugehen ist das auf Täuschung beruht, wird eher selten thematisiert. Es ist einleuchtend, dass es hinfällig ist. Gerade was aber vermeintlich politische Ziele betrifft, haben wir stets verschiedene und auch unterschiedliche Interessen zu beachten. Diese können bis zu einem gewissen Grad deckungsgleich sein. Wenn aber nur offizielle Gründe vorgeschoben wurden, um anders motivierten Interessen Zugang zu gewähren, sind Konflikte praktisch vorhersehbar. Im Fall Ukraine wurde schon so viel vermutet, gelogen, manipuliert und propagiert, dass vieles zur Gänze aus dem Blickfeld verschwindet. Vergleicht man die heutige Situation mit der vor einem Jahr, ergibt das ein völlig anderes Bild. Man tut gut daran, die Erinnerungen ein wenig aufzufrischen und mit der Gegenwart abzugleichen.

Auf der einen Seite haben wir eine durch und durch korrupte und dennoch pro-westliche Ukraine – die aber völlig pleite ist. Auf der anderen Seite ist die transatlantisch beeinflusste EU mit ihrem (unmoralischen) Assoziierungsangebot. Das politische System der Ukraine ist vergleichbar mit unserem. Aber obwohl es so korrupt ist, ist es ehrlicher als unseres, weil die Täuschung über politische Ziele einer Parteienwirtschaft obsolet ist. Die Ukrainer erwecken eher den Eindruck von unbedarften Kindern. Sie wollen ein höheres Lebensniveau, wissen aber nicht wie. Mangels höherer Ziele ist also der Blick nach Westen gerichtet. Erinnern wir uns kurz, die Ukraine war pleite und plötzlich erscheint ein neuer Mitspieler auf der Bildfläche, mit einem Angebot, dass selbst ein Oligarch nicht ausschlagen kann. Russland.

Die, von EU Seite, preiswert kalkulierte Assoziation platzte weil, Russlands Angebot aus ukrainischer Sicht mehr als nur großzügig war. Und schon war er da, der Interessenkonflikt. Das Bild verändert sich, als der Hintergrund in den Vordergrund trat als, scheinbar nebensächliche, transatlantische Interessen in Gefahr gerieten. Ein Putsch musste her. Da es aber innerhalb der Ukraine, auch aufgrund ihrer Bevölkerungsstruktur nie von allein zu einem Bruch kommen würde, musste nachgeholfen werden – und die Vasallen waren schnell zur Stelle. Dabei war die Ablehnung einer Assoziation mit der EU, aus ökonomischer Sicht der Ukraine durchaus nachvollziehbar – der Bevölkerung schwebte offenbar etwas anderes vor. Janukowytsch’s Begründung für die Ablehnung verdient aber eine Erwähnung.

Die von der EU angebotenen 600 Millionen Euro an Hilfen bezeichnete Janukowytsch als demütigend. 160 Milliarden Euro benötige sein Land, um sich innerhalb der nächsten Jahre dem EU-Standard anzunähern, reif zu sein für ein EU-Assoziierungsabkommen.
Erst nach der Verweigerung der Unterstützung für sein hochverschuldetes Land entschied sich Janukowytsch zur Annahme des russischen Angebots.
Quelle: Wikipedia

Das Angebot Russlands wird nicht im Wikipedia Artikel erwähnt – vielleicht, weil es demütigend für die EU wäre. Es waren 15 Milliarden, also nur knapp über dem Angebot der EU. Wie ein Pleiteland mit 600 Millionen Kredit auf EU-Standard gebracht werden könnte, wird wohl für immer ein Geheimnis der Kreditgeber bleiben. War deren Angebot ernst gemeint? Oder war es nur ein trojanisches Pferd? Mittlerweile befinden wir uns in einer Situation die, bezieht man die Ausgangslage mit ein, absurd ist. Überschattet von Propaganda und dreisten Lügen, werden Interessenkonflikte durch kriegerische Auseinandersetzungen ausgetragen. Es sterben Menschen, weil das Business keine Gnade kennt. Aus diesem Grund gab es früher eine, scheinbar ausgestorbene Berufsgruppe – die Diplomaten.

Aber was ist aus den Versprechen geworden? Das ist ja gerade das Merkwürdige. Es gab nur eins an die ukrainische Bevölkerung, sich der EU anzunähern. Dann gab es ein ausgeschlagenes Angebot der EU, daraufhin einen Putsch in der Ukraine und mit ihm, eine neue Regierung sowie ein unterzeichnetes Assoziierungsabkommen. Als Zugabe gab es, einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland, ausgetragen auf dem Rücken der ukrainischen Bevölkerung, zum Schaden der EU und, sowohl innen- als auch außenpolitisch, ganz besonders für Deutschland. Die ukrainische Bevölkerung hat was sie wollte (eine Annäherung zur EU) und das us-amerikanische Establishment, als einziger Profiteuer, den Fuß in der Tür nach Russland.

Zitat: aus dem verlinkten Wikipedia Artikel
Altkanzler Helmut Schmidt bezeichnete in einem Interview im Mai 2014 die Politik der EU-Kommission als unfähig und größenwahnsinnig.

MfG
Wanderer