Ideologien

Die Wikipedia kennt folgende Definition für den Ideologiebegriff.

Eine Ideologie […] Lehre von der Idee bzw. Vorstellung […] , die einen hohen Anspruch auf Wahrheit erhebt und die für abweichende Lehrmeinungen kaum noch offen ist.

Diese Definition ist nicht ganz richtig! Von Fehlern bereinigt ist Ideologie:

Eine Ideologie […] Lehre von der Idee bzw. Vorstellung […] , die einen hohen Anspruch auf Wahrheit erhebt und die für abweichende Ideen, Vorstellungen und Lehrmeinungen kaum noch offen ist.

Mit gutem Recht kann die Behauptung aufgestellt werden, dass alle wesentlichen Gesellschaftsformen hochgradig von Ideologien kontaminiert sind. Die meist Bemühte und daher extrem überstrapazierte, ist die Ideologie des links/rechts -Denkens, dicht gefolgt von den Ideologien aller *Ismen, Religionen und der Demokratie. Aber auch unser Geldsystem ist letztlich nichts anderes als eine Ideologie. Auf jede dieser Ideologien trifft die o.a. Definition zu. Aber damit ist die Liste der Ideologien noch lange nicht am Ende.

Nun stelle man sich bitte einen riesigen Raum voller Menschen aus aller Herren Länder vor. Was würde passieren? Zuerst käme es zur Gruppenbildung von Menschen, die in ihren Vorstellungen übereinstimmen bzw. korrespondieren. Dann muss nur noch abgewartet werden, bis Streitigkeiten beginnen – und das werden sie. Bemerkenswert ist dann, dass ausnahmslos alle Gruppen, von einer oder mehreren Ideologie(n) beseelt, diese bis aufs Äußerste vertreten bzw. verteidigen. Das liegt daran, dass Ideologien die Saat des Konfliktes in sich tragen. Sie können als eine Art geistige Implantate verstanden werden.

Ich habe mich nie davor gedrückt den Vertretern unterschiedlichster Ideologien den Irrsinn (den irrigen oder verirrten Sinn) ihres Treibens vor Augen zu halten. Aber deren Weltbilder sind dermaßen fest mit ihrem Selbstbild verbunden, dass dies als aussichtsloses Unterfangen angesehen werden kann. Ob es sich dabei um vermeintlich rechte oder linke Gesinnungen handelt ist völlig nebensächlich, der Glaube an eine untadelige Ideologie obsiegt immer! Besonders tragisch ist dies für die sogenannte Wahrheit. Sie ist immer präsent, wird aber zu Gunsten einer Ideologie geleugnet.

Merke: Es gibt zwar Mächte, die Krieg und Chaos auf der Welt verbreiten, die morden, rauben und unterdrücken lassen aber bevor sie damit überhaupt Erfolg haben können, bedarf es des wirksamen Beschusses mit geistigen Waffen – den Ideologien. Die Folgen der Ideologisierung dürfen nicht unterschätzt werden. Ideologien degradieren Menschen zu ferngesteuerten Zombies, zu Vertretern der Mächtigen, die für deren Interessen sogar ihre Nächsten töten. Weitere Ideologien sind zum Beispiel Genderismus, Emanzipation, Wissenschaft, Multikulti und nicht zuletzt ein Führerkult mit aberwitzigen Auswüchsen.

Alle Ideologien haben eines gemeinsam, sie spalten und schwächen die Gesellschaften, verfeinden gar die Menschen innerhalb einer Gesellschaft – übrigens sehr zum Wohlgefallen der Besitzer und Verwalter von jenen Menschenfarmen, die wir als Staaten bezeichnen. Das Gegenteil von Ideologien sind Ideale. Ideale benötigen keine Ideologien, weil sie nur einen einzigen Anspruch erheben.

MfG
Wanderer

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14 Gedanken zu „Ideologien

  1. @ aries

    Gibt es denn „neue Gedanken oder neue Ideen“ überhaupt?

    Ich spreche mal von mir.

    Ich lese seit nunmehr 40 Jahren die Bibel und habe darüber hinaus etwa 100.000 Lieder gehört, ein paar hundert kann ich davon sogar auswendig. Tausende von Büchern habe ich gelesen und zehntausende von Zeitungs- und Magazinartikeln und mindestens 50.000 Stunden Filme und Nachrichten geschaut und bestimmt das Doppelte gehört.

    Für mein Leben kann ich sagen, dass ich die Häßlichsten und Schönsten Dinge auch ganz real erlebt und gesehen habe. Ich war auf verschiedenen Schulen, mal Mitglied einer Partei, zweier Kirchen, einer Gewerkschaft, hatte um die hundert verschiedene „Arbeitgeber“, war „arbeitslos“ und „selbstständig“, habe Millionen Umsätze gemacht und soviel auch wieder ausgegeben, viele Länder bereist, bin (nie endgültig) nach Uganda ausgewandert, habe drei Weibchen – von denen zwei noch leben – mit insgesamt 12 Kindern geschwängert – von denen acht überlebt haben …

    … und doch war es „ein neuer Gedanke“ (für mich), obwohl er so alt ist, wie die Welt, der mich sehr „verändert“ hat — nein, nicht „der ich bin“ — sondern mein Denken selbst, meine Vorstellung von der Welt und damit mein Menschenbild, auf das ich – ohne dass es mir bewusst war – kulturell abgerichtet war. Die Kultur aber, in die ich als „Europäer“ hineingeboren wurde, basiert auf einer Lüge, nämlich, dass „der Mensch ein von Natur aus schuldiges Böses-Sein“ wäre, weshalb die Anthropologen dieser Kultur den Begriff „Schuldkultur“ als Bezeichnung gegeben haben.

    … als ich aber erkannte, dass der Mensch ein von Natur aus Gutes-Sein IST und BLEIBT – erst da „ist mir das Licht der Wahrheit aufgegangen“, worüber ich schon hunderttausend mal gelesen hatte, aber es gar begriffen hatte, denn ich war ja in einem irreligösen Zustand, welcher der Illusion bedarf „gefangen“ – und zwar in dem, was ich für „das Denken“ gehalten hatte.

    Ein Gedanke – er mag uns durchaus „neu“ vorkommen – wenn er der Wirklichkeit entspricht, verändert alles:
    nachdem alle wissen, dass die Erde keine flache runde Scheibe ist, sondern eine kugelförmige Gestalt hat, die in beiden Richtungen umrundet werden kann, hat die ganze Welt verändert — und zwar in dem Moment, wo Menschen zu ihrem Leben darauf angewiesen waren, zu akzeptieren, was der Hiob schon vor 5000 oder der Jesus vor 2000 Jahren über die „Gestalt“ der Erde bekannt machten, ohne daß es irgendwie aufgefallen wäre, dass es doch tatsächlich in diesem „Märchenbuch“ – zu dem es gemacht wurde – steht. Hiob: „Eine Kugel ist die Erde, „aufgehängt“ im Raum da-schwebt-es.“ Woher wusste der das, 4.500 Jahre vor Kopernikus und Galileo?

    — tja, und weshalb ist das Universum immer noch eine „Kugel“, obwohl es eine ganz andere Form hat???

    • „— tja, und weshalb ist das Universum immer noch eine “Kugel”, obwohl es eine ganz andere Form hat???“

      Weil McDonut sonst Urheberrechte einklagen würde?

      Ich beobachte mit steigendem Entsetzen, dass eigenverantwortliches Denken, fernab politisch korrekter Prägungen, kaum noch Anwendung findet.

      MfG

      • … nö, hat nichts mit „Urheberrechten“ zu tun — die habe ich ja mir bereits gesichert — sondern, weil es keine „Kugel“ ist, da es keine Kugel sein kann und das Universum eben nicht mit einem „Urknall“ begann und ein Universum ganz anders entsteht.

        Und wenn ein Mensch eben eines bestimmten „Glaubens“ ist und so etwas auch noch jahrelang als „Wissenschaftler“ an einer Universität lehrt, fällt es einfach nicht leicht, zugeben zu müssen, dass von einer falschen Vorstellung und damit von falschen Voraussetzungen ausgegangen wurde … schon ein „kleines Licht“ hat es schwer, einen Irrtum zuzugeben — dabei muss sich überhaupt niemand für einen Irrtum schämen oder schuldig fühlen, es sei denn, er hält an einem Irrtum, den er bereits als Irrtum erkannt hat wider besseres Wissen fest …

        • Sollte eigentlich ein kleiner Scherz werden – mit Andeutung der Antwort. Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Artikel über diese unhaltbare Urknalltheorie geschrieben.

          MfG

          • Sieht ganz danach aus, dass eine überwiegende Mehrheit lebenslang in ihren geistigen Gefängnissen bleiben wird – freiwillig, versteht sich.

          • Es ist nicht freiwillig, es wurde im Denken selbst darauf abgerichtet und dressiert.

            Hätte mir jemand vor 10 oder 20 Jahren gesagt, dass ich das Denken noch nicht mal erlernt habe, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt.

            Aber ich hatte im Juni 2009 Gottseidank einen heftigen Streit mit jemandem, der mir sehr nahe steht; und obwohl es gar nicht das Thema war, sagte ich schließlich sehr zornig Ich kann schließlich nichts dafür, dass mir das Denken nicht beigebracht wurde, es wurde mich weder gelehrt, noch wurde es mir beigebracht, wie sollte ich es erlernen können?

            Tja, so war das. Und da ich dannach viel Zeit hatte, habe ich mich mal damit beschäftigt, wie ich denn wohl mit 47 wohl noch das Denken-Lernen könnte … und ein paar Monate später, habe ich dann auch ganz überraschend entdeckt, wie der Mensch im Denken abgerichtet und dressiert wird … und plötzlich hatte ich auf 1000 Fragen, die ich mir so im Laufe dieser paar Jahrzehnte stellte, die kamen und gingen und auch vergessen wurden, auf jede einzelne eine Antwort …

          • Denken konntest du schon vorher. Was du meinst, ist, dass du in diesem Moment dir und deiner Verantwortung bewusst geworden bist, quasi einen Entwicklungsschritt von der Reiz-Reaktionsmaschine zu einem verantwortungsvollen Menschen zu vollzogen hast. Das Verharren im Zustand eines Zombies dagegen geschieht freiwillig und unbewusst.

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