Der menschliche Faktor

Seit meinem letzten Artikel ist einige Zeit verstrichen. Diese Zeit habe ich gebraucht, um die Gesamtsituation von allen Seiten (weitestgehend wertfrei) zu beleuchten. Das Ergebnis dieser Recherche ist eher ernüchternd als erhellend. Selbstverständlich ist es mir nicht möglich, alle Aspekte bis ins letzte Detail zu betrachten. Das ist auch gar nicht nötig, denn ein Grundproblem zieht sich wie ein roter Faden durch alle Betrachtungsebenen. Es mag banal anmuten, wenn ich dies auf die persönliche Sichtweise reduziere aber genau da liegt der Hase im Pfeffer. Für jeden Betrachter der Realität eröffnet sich zwangsläufig eine Ansicht, die bestens dazu geeignet ist ein Urteil über die Taten anderer zu fällen. Das ist eine logische Folge persönlicher Sichtweisen, die mit einem individuellen Standpunkt verhaftet sind.

Die Ambitionen eines Multimilliardärs können aber nicht mit denen eines Politikers und erst recht nicht mit denen eines Angestellten verglichen werden. Genauso verhält es sich in der entgegengesetzten Richtung. Zwischen diesen Hierarchiestufen liegen buchstäblich Welten, die zu überwinden für einen profanen Geist unmöglich scheint. Dazu muss angemerkt werden, dass ausnahmslos jeder Mensch lediglich Herr seines eigenen profanen Geistes ist. Wäre es anders, gäbe es auch eine völlig andere Gesamtsituation. Es ist also an der Zeit, die Dinge so zu betrachten wie sie wirklich sind. Ändern können wir sie ohnehin nicht! Was dabei heraus kommt wenn wir es dennoch versuchen, sehen wir sehr deutlich an den wirtschaftlichen, monetären und politischen Ambitionen der global als auch lokal agierenden Protagonisten.

Ein weiterer, wesentlicher Faktor ist also die Einflussnahme, die manipulative Wegbereitung für die Durchsetzung bestimmter Interessen und der dazu herangezogenen Mittel. Es gibt praktisch keinen Bereich des Lebens, der nicht in seinen Grundfesten manipuliert wurde oder einer dauerhaften Manipulation ausgesetzt ist. Das ist auch der Grund dafür, dass die Gesamtsituation von niemandem richtig eingeschätzt werden kann. Ich wage zu behaupten, dass sogar dem global agierenden Establishment die Zügel entglitten und deren Protagonisten lediglich zu einem Spielball ihrer eigenen Wirklichkeit geworden sind. Sie haben zwar mehr Gestaltungsspielräume als einfache Menschen aber sie sind ebenso wie jeder Andere, ein Opfer ihres Anpassungsverhaltens – des menschlichen Faktors. Dieser menschliche Faktor hat die Gesamtsituation erst entstehen lassen und er wird es auch sein, der diese Situation aufzulösen vermag – nur nicht auf dieser Ebene und wahrscheinlich auch nicht in diesem Zeitalter der Menschheit.

Das zu Verstehen ist in etwa vergleichbar mit dem Versuch, alte Schriften aus toten Sprachen in das Vokabular und Verständnis der Neuzeit übersetzen zu wollen. Rein technisch scheint das machbar. Jedoch ist niemand in der Lage, die dahinter stehenden Denkstrukturen und somit die alles entscheidenden Prinzipien zu ergründen – geschweige denn, zu akzeptieren. Wir sind in unseren Strukturen buchstäblich verhaftet und die beständige Durchsetzung der Eigeninteressen steht einem allumfänglichen Verständnis und somit auch einer Problemlösung im Wege. Ob wir nun die Verfehlungen eines Politikers zur genaueren Beleuchtung heranziehen, die eines Milliardärs oder eines einfachen Angestellten, spielt überhaupt keine Rolle vor diesem Hintergrund. So lange sich das menschliche Bewusstsein auf den menschlichen Faktor reduziert – und das tut es auch bei Menschen die in globalen Maßstäben denken – wird es keine zufriedenstellende Lösung geben.

Jegliches Betreiben kann daher nur im Chaos enden und selbst die vermeintlichen Gewinner müssen dann die schmerzliche Erfahrung machen, dass ihr Konzept kein Allheilmittel sein kann, weil es nur ein winzig kleiner und noch dazu unvollkommener Teil eines sehr viel größeren Gesamtkonzeptes mit all seinen Aspekten ist. Ein Teil von etwas viel größerem kann aber niemals ein Ganzes repräsentieren, geschweige denn einen Anspruch auf Vollkommenheit erheben, sondern lediglich für sich selbst stehen – und das ist das bereits angedeutete Grundproblem dieser Welt. Jeder glaubt für sich, das Richtige zu tun ohne dabei eine Vorstellung vom eigentlichen Wesen des großen Ganzen zu haben.

Selbstbetrug, Manipulation und die damit einhergehende Verwahrlosung von Moral und Sitte sind mit Sicherheit als die bedeutendsten Faktoren für den voranschreitenden Zerfall der Zivilisation zu benennen. Das Anpassungsverhalten jedes Einzelnen richtet sich nach dem Grad der Intensität und der Akzeptanz dieser Faktoren und so wird aus jedem Kind ein Erwachsener, der mit dem Grad des Selbstbetruges seiner Eltern aufgewachsen ist. Ein freier Wille sieht anders aus. Und so traurig es auch klingen mag, scheint die aktive Sterbehilfe für die Zivilisation dieses Zeitalters, ein akzeptabler, wenn auch schwerer Weg zu sein. Wie diese auszusehen hat weiß jeder nur zu gut – mach weiter wie bisher.

MfG
Wanderer

Advertisements

9 Gedanken zu „Der menschliche Faktor

  1. Willkommen zurück und, wie meistens treffen deine Worte die Wurzeln allen Übels.
    Sich damit befassen wollen wer, wie, warum usw. auf dieser Welt sich anmaßt über Leben und Tod anderer zu entscheiden führt nie zu einer Antwort in der die Verbesserung der Situation ruht.
    Man darf sich nicht mit diesen verlorenen Seelen und ihren Jüngern befassen sondern nur mit der Frage nach der eigenen Einstellung dazu und wie man die Kraft generiert sich dem zu entziehen. Sich dem zu entziehen ist leider auch damit verbunden sich von der großen Masse der Gesellschaft zu entziehen und da wir bekannter Weise Herdentiere sind, ist diese Entscheidung die schmerzhafteste und die jenige die einem die meiste Kraft abverlangt aber, es gibt keinen Plan B außer sich den Tatsachen zu stellen und nach ihnen zu leben.
    „Jemand der einen großen Gegner bezwingt wird als stark angesehen aber, der jenige der sich bezwingt ist mächtig!“
    Das Leben als Individuum in einer Gesellschaft deren Verhalten dem entgegen stehen was die meisten von Natur aus in sich tragen, wie Emphatie, Frieden, Fortschritt usw., ist zum Untergang verurteilt.
    LG an alle!

  2. sehr wahre Einstellung, der ich nur zustimmen kann. Danke für den Aufsatz! „Menschlichen Faktor“ möchte ich für mich als Geist übersetzen. Jeder einzelne von uns macht einen Baustein aus. Alle zusammen bilden ein großes Chaos, in dem einzelne versuchen Ordnung in ihrem Sinn herzustellen. Das kann natürlich nicht funktionieren, wie Sie es erkannt haben. Sich in einem schmerzlichen Prozess von den anderen Mitläufern abzuwenden gibt dem ganzen System aber wieder eine etwas andere Richtung, die die Entwicklung vorantreibt. Nur so kann es gehen, und wir wissen nicht, wohin uns der Geist, der menschliche Faktor, führen wird. Aber so ist es, und gut ist es.

  3. Aktive Sterbehilfe an ungenehmen Ideologien war schon immer das Mittel der Herrschenden um ihre Interessen durchsetzen zu können. Kein „normaler“ Mensch hat Interesse an Genoziden. Dazu gehört immer ein gutes Maß an pathologischer/psychologischer Abweichung. Diese Psychopathen zu erkennen und unschädlich zu machen ist, denke ich, der Schlüssel einer funktionierenden und friedlichen Gesellschaft.
    Leider sind die Menschen zu beschäftigt mit sich selbst und mit dem was sie angeblich brauchen, daß kaum Interesse für Bewußtseinserweiterung besteht. Ein Kommentator in Steuerboykott.org sagte es einmal so:

    “Zeitgeist verseuchte Synapsen besitzen die Neigung zu kognitiven Fehlalarmen. Die Auswirkungen dieser Fehlalarme manifestiert sich in Realitätsverweigerung sowie realitätsferner Selbstüberschätzung.”

    Ein Messias würde vielleicht helfen. 🙂

    LG

    • „Aktive Sterbehilfe an ungenehmen Ideologien war schon immer das Mittel der Herrschenden um ihre Interessen durchsetzen zu können.“

      Es kommt nicht nur auf den Standpunkt des Betrachters an. Wer nichts anderes kennt als dieses „Systemding“ tut sich schwer mit Alternativen. Das geht dem Establishment genauso, wie der einfachen Bevölkerung. Ideologien sind lediglich Mittel zum Zweck, anders als Ideale, die es in diesen Systemstrukturen nur in pervertierter Form zu geben scheint. Und es sind gerade die „normalen“ Menschen, die dieses Systemding exzessiv leben und dabei Tod und Verderben billigend inkauf nehmen. „Normal“ ist der Grad der Systemanpassung (die allgemein akzeptierte Norm).

      MfG

    • Ich verstehe Deine Ausführungen aber das ist mir nicht differenziert genug. Als Establishment oder etablierte Elite, würde ich nur die Dynastie bezeichnen also jene Gruppe welche schon hunderte von Jahren die Zepter in der Hand hält. Ob das nun Kirchen, Hochfinanz oder Adelige Blutlinien sind, denen IST ALLEN bewußt wie die Macht zu erhalten und auszubauen ist und darum wurde/wird ggf. das Gesellschaftssystem geändert, mittels Ideologien. (Bsp.NWO)

      Dann gibt es die „normale“ Elite (Bsp. Politiker) bei denen genau das zutrifft was Du angesprochen hast, daß sie nämlich durch die Ideologien verblendet sind und den Status quo anstreben welcher von etablierten, wissenden Elite ersonnen wurde. Unter dieser normalen Elite gibt es, wie bei den Bürgern auch, „Erwachte“, welche sich aber trotz dem gegen das Volk richten. (Bsp. Kohl, Fischer) Diese können ihr Wissen nicht mit dem der Dynastie messen, sonst währen sie keine Politiker geworden und das gilt für alle Politiker.

      LG

      • Warum auch differenzieren? Ob in der Wirtschaft, der Politik, der Hochfinanz, dem Adel oder in sonstigen Machtstrukturen, spielt beim Blick auf das große Ganze eine eher untergeordnete Rolle und taugt lediglich zu Streitigkeiten des Pöbels untereinander. Es sind eben diese Etablierten, die das Establishment bilden und für sich und ihre Zwecke gegen die Interessen Allgemeinheit handeln. Diese Kreise bauen aufeinander auf. Was sie anfassen wird Murks und fast immer leiden Menschen unter deren Entscheidungen.

        MfG

      • Natürlich Wanderer, die kann man alle in einen Sack stecken, draufhauen und man trifft keinen Falschen. Das macht die Sache aber für „Aufzuweckende“ nur diffus. Ich halte die Machtpyramide für logisch und somit existent. Eine Pyramide kann man sich aus Macht, Geld oder Wissen bauen und man wird die selben Leute in den selben Bereichen der Pyramide vorfinden. Denkst Du nicht auch?

        LG

        • „…und man wird die selben Leute in den selben Bereichen der Pyramide vorfinden. Denkst Du nicht auch?“

          Zumindest ist das sehr oft der Fall. Prinzipiell ist auch nichts dagegen einzuwenden. Aber solche Leute verstoßen gegen das Prinzip „leben und leben lassen“ und das ruft Menschen wie dich und mich auf den Plan.

          MfG

  4. Das ist das Schöne am System – diesem KULT des TODES – es zerstört sich selbst, das ist sein innerer Zwang, sozusagen ein ihm eigens anhaftendes „Metaphysisches Gesetz“. Je mehr dabei mitmachen und weitermachen, desto schneller wirkt dabei die „Sterbehilfe“ … es geht natürlich noch schneller, wenn möglichst viele Menschen da heraus finden, denn das wirkt wie ein Katalysator und beschleunigt den Sterbeprozeß ungemein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s