Konkurrenz – das missverstandene Paradigma

Die globale, vorherrschende Wirtschaft gründet sich überwiegend auf dem Gedanken der Konkurrenz. Im allgemeinen wird davon ausgegangen, dass Konkurrenzkampf den Markt belebt und Raum für Innovationen schafft, wodurch sich die besten Produkte und Dienstleistungen behaupten können. Die Sache hat aber einen gewaltigen Haken. Allein schon die Marktmacht der Globalplayer ist so groß und der Markt komplett aufgeteilt, dass kein Platz für neue Marktteilnehmer übrig ist. Öffnet sich doch mal eine Nische, wird sie sofort und mit sehr viel Einsatz von Kapital geschlossen. Konkurrenz widerspricht aber auch dem Fortschrittsgedanken. Es gilt faktisch als erwiesen, dass ein etabliertes Unternehmen mit seinen etablierten Produkten nur noch geringfügige Veränderungen erfährt, gerade soviel wie es braucht, um konkurrenzfähig zu bleiben. Letztlich ist auch Krieg ein Konkurrenzkampf. Das Prinzip der Konkurrenz ist allgegenwärtig und fester Bestandteil des kapitalistischen Wirtschaftssystem.

Konkurrenz widerspricht aber den natürlichen Prinzipien von Fülle und Ausgewogenheit. Andersartige Behauptungen beruhen lediglich auf einer oberflächlichen bzw. mangelhaften Beobachtungsgabe. Würde die Natur nach dem Prinzip der Konkurrenz verfahren, gäbe es nur eine Handvoll Pflanzen und Tiere. Die Wissenschaft wird niemals einen Beweis dafür erbringen können, dass die Natur unfertiges oder mangelhaft konzipiertes Leben hervor bringt. Jede Form von Leben ist perfekt. Im bestehenden Wirtschaftssystem kann keine Perfektion und am allerwenigsten, eine technische Revolution erwartet werden. Anhand von ein paar Beispielen kann diese Aussage belegt werden. IT Hersteller benötigen mitunter viele Jahre, bis innovative Neuerungen auf dem Markt erscheinen und selbst dann bauen sie auf einer Hardware, die seit der Entwicklung des x86 keine nennenswerten Fortschritte gemacht hat.

Es geht vorrangig um Kosten-Nutzen Rechnungen, Investitionen, Renditen und Abschreibungen. Dabei ist doch gerade in der heutigen Zeit, Forschung und Entwicklung der prägende Faktor. Leider unterliegt Entwicklung mehr betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten, was konsequenterweise Entwicklung, auf die verfügbaren Investitionsmittel begrenzt – zumindest im zivilen Bereich. In der KFZ-Industrie ist es ähnlich, wie bei den IT Herstellern. Die ist mittlerweile Meister im optimieren einer völlig veralteten Antriebstechnik. Wirkliche Neuerungen, revolutionäre Entwicklungen, sind mit den bestehenden Voraussetzungen schlichtweg nicht zu erwarten. Hersteller übergreifend bekommen wir Jahr für Jahr praktisch die selben Mini-Entwicklungen und auch im Äußeren unterscheiden sich die Fahrzeuge kaum.

Gleiches gilt für die Energiegewinnung. Die Nutzung der Atomkraft kennzeichnet nicht den absoluten Höhepunkt der Entwicklung, sondern die Unterdrückung brauchbarer Ideen. Die Aufzählung abgebrochener bzw. stagnierender Entwicklungen ließe sich beliebig fortführen und beachtet man zusätzlich die Hinterlassenschaften dieser, auf Konkurrenz fußenden, Wirtschaft muss konstatiert werden, dass sie sich einen feuchten Kehricht darum schert. Aber Konkurrenz hat noch einen nennenswerten Nachteil. Den größten Mehrwert erhält nicht die Gesellschaft, sondern die Wirtschaft. Nur sie allein gewinnt. Und damit sie Gewinnen kann, muss immer mehr, immer billiger mit immer kürzerer Halbwertzeit produziert werden.

Es geht niemals darum, ein ideales und langlebiges Produkt auf den Markt zu bringen – kann es nicht, da es dem Wachstumsprinzip widerspricht. Konkurrenz bringt fast ausschließlich Gewinner und Verlierer aber nur in den seltensten Fällen, ein Arrangement zwischen den Kontrahenten, hervor. Wie zersetzend Konkurrenz und Wettbewerb auf eine Gesellschaft, ganz besonders deren Sozialverhalten, wirken, bedarf wohl keiner näheren Erläuterung. Gegenteilige Annahmen sind bereits Ausdruck von Konkurrenzdenken. Das einundzwanzigste Jahrhundert ist geprägt vom Überlebensmodus eines zerfallenden Systems. In allen Bereichen haben Ideologien und rationale Entscheidungen, Entwicklung und Gemeinwesen unterwandert. Das ist eine gern übersehene Tatsache, die aber zugleich auf notwendige Veränderungen aufmerksam macht. Leider wird die Aufmerksamkeit aller Beteiligten in eine völlig falsche Richtung gelenkt.

Wie sähe es denn in einem Ressourcen-orientierten Wirtschaftssystem auf Kooperationsbasis aus? Welche Vorteile und welche Nachteile ergeben sich? Darüber sollte intensiver nachgedacht werden! Mit einem Geldsystem nach den heutigen Maßstäben, würde so ein Wirtschaftssystem innerhalb kürzester Zeit zusammenbrechen. Es bedürfte vorher der Konzeption und Einführung einer anderen Verrechnungsmethode, einer, auf gemeinschaftlichen Zugewinn abzielenden Form der Bezahlung bzw. Verrechnung von Know How, Leistung und Zeit. Allein diese Herangehensweise strapaziert schon arg die Vorstellungskraft. Aber wir haben nur die Wahl, weiter zu machen wie bisher – mit allen zu erwartenden Konsequenzen – oder den Weg der Weiterentwicklung zu beschreiten.

Die Mächtigen dieser Welt und auch jene, die vermeintlich etwas zu verlieren glauben, wehren sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen. Aber am Ende wird auch ihnen nichts anderes übrig bleiben, als nach einer vernuft-orientierten Alternative Ausschau zu halten und die führt weg vom Kapitalismus und seinen, die Menschen- und Umwelt schädigenden Einflüssen. Bisher wurde schon jedes lebensfeindliche System bekämpft und man kann davon ausgehen, dass früher oder später auch für den Kapitalismus und seine Prinzipien, die letzte Stunde geschlagen hat. Dann gehören auch Kriege, der Verangenheit an.

MfG
Wanderer

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Ein Gedanke zu „Konkurrenz – das missverstandene Paradigma

  1. Wirtschaft ist Krieg im Frieden.Erst wird der Konkurrent und der mögliche Konkurrent(Arbeitnehmer) bekämpft und falls das Ziel erreicht und es nichts mehr zu gewinnen gibt,folgt der Satz: “Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln”

    “Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.”, lautet ein berühmtes Zitat des preußischen Generals Carl von Clausewitz,der Anfang des 19. Jahrhunderts in den napoleonischen Kriegen eine entscheidende Rolle spielte.

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