Normalität oder kollektiver Wahnsinn

Der Druck im Kessel steigt und es sieht nicht danach aus, dass jemand in der Lage oder auch nur willens wäre, die glühenden Kohlen aus dem Feuer zu holen. Griechenland pokert hoch, in der Ukraine wird weiterhin gezündelt und das us-amerikanische Establishment treibt doppelt und dreifaches Spiel mit den involvierten Fronten. Als „bemerkenswert“ sind die überwiegenden Reaktionen in der Bevölkerung zu bewerten – gleich null in der BRD. Nur ein verschwindend geringer Teil weiß, dass etwas großes im Gange ist aber auch dieses Wissen kann nur als Blindflug in eine ungewisse Zukunft verstanden werden.

Seit dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes sehen wir uns einer Entwicklung gegenüber die, definitiv absehbar war – zumindest für ehemalige DDR Bürger, denen die Prinzipien eines kapitalistischen Systems bereits in der Schule erklärbärt wurden. In wieweit solch ein System steigerungsfähig war, konnte sich aber nicht einmal Karl-Eduard Schnitzler in seinem schwarzen Kanal vorstellen. Dieser kleine Schwenk in die Vergangenheit soll keineswegs das planwirtschaftliche System der DDR lobpreisen, sondern den Blick auf die Gegenwart, aus einer anderen Perspektive lenken. Westdeutsche dürften damit ein besonders großes Problem haben, denn sie leben quasi von Beginn an das Mantra, dass kein System besser als das Kapitalistische sein kann.

Dabei sind Ansichten über Vor- und Nachteile irgend welcher Systeme eher nebensächlich, wenn es etwas grundlegendes zu begreifen gilt – jedes System steht oder fällt mit dem Geiste, der es beherrscht. Der ehemalige Ostblock ist an der gleichen Krankheit zugrunde gegangen, die auch alle anderen Systeme aus Geschichte und Gegenwart befallen hat. Das waren und sind die Allmachts-Phantasien fehlgeleiteter Individuen. Gerade im gegenwärtigen System wird deutlich, dass Menschen nicht in der Lage sind, Macht zu kontrollieren. Vielmehr werden sie von der Macht selbst beherrscht – ähnlich, wie ein Junkie von Drogen beherrscht wird. Genau genommen ist es nicht die Droge sondern deren Wirkung, die einen Junkie die Realität im Dunst des Rausches vergessen lässt. Die Machtjunkies müssten quasi auf Entzug gesetzt werden. Sie sind nicht nur Junkies sondern Dealer und Hersteller ihrer Droge zugleich. Aber auch sie brauchen Erfüllungsgehilfen, sind also gezwungen, andere von ihrer Droge abhängig zu machen. Die politische Bühne ist nur ein, wenn auch der augenscheinlichste, „Drogenumschlagplatz“ und was dort im Rausch der Macht verbrochen wird, ist frei von jeglicher Vernunft.

Das ein kapitalistisches System weder optimal und schon gar nicht ideal sein kann, wurde in diesem Blog schon hinlänglich erläutert. Mit dem Fiat-Geldsystem verhält es sich ebenso und auch das Gesellschaftssystem ist mehr ein unfertiges Konstrukt mangelhaft durchdachter Ideen. Dieses qualitativ schlechte Gesamtsystem einer Horde von Machtjunkies zu überlassen, war ein Fehler. Zusammen mit den heute vorherrschenden Ideologien und deren Art und Weise der Verbreitung in den Massenmedien, verfügen diese Junkies über ein sehr gefährliches Werkzeug zur Manipulation ganzer Menschenmassen – und deren Effektivität kann nicht geleugnet werden. Das Verhalten der Menschen richtet sich fast ausschließlich nach den vorherrschenden Meinungen und die, werden von den Medien erzeugt. Das mag verrückt klingen, was es grundsätzlich auch ist. Es ist sogar so verrückt, dass wir dabei unbemerkt die Schwelle zum kollektiven Wahnsinn überschritten haben.

MfG
Wanderer

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3 Gedanken zu „Normalität oder kollektiver Wahnsinn

  1. Pingback: Normalität oder kollektiver Wahnsinn | WISSEN IST MACHT

  2. Verstehe das Problem nicht.
    Verschuldet sind doch alle Staaten Europas und eigentlich der ganzen Welt über selbstgesteckte Ziele hinaus. Vertragsbruch aller Orten. Verschuldung ist die Devise (Antwort). Entschuldung durch Verschuldung. Nimmt die Wirtschaft nicht genug Kredit auf, dann macht das der Staat. Börse (Spielbank Nr. 1) jeden Tag beste Sendezeit.
    Dort kaufen wir unsere eigenen Schulden und die des Nachbarn als Anleihen, Staatsanleihen, Schuldverschreibungen, Bonds etc. und Ableitungen davon (Derivate (derive = abgeleitet) etc. Wer als erster das Geld abzieht nimmt das Geld der anderen mit – nur wann ist der Zeitpunkt?
    Die großen Banken brauchen nur mal kurz zucken und schon ziehen viele die Gelder ab und die Banken setzen dann ihre mitgenommenen Gewinne wieder ein.

    Finanzminister Varoufakis hat in den USA studiert. Er weiß das die USA permanent diesen Weg der Geld Generierung wählen. Div. Finanz “Experten” scheinen immer noch ernsthaft über Entschuldung nachzudenken. (- D- 300 Jahre bis zur Enschuldung, Japan 1000 Jahre). Oder geben das fürs Volk zumindest so vor das Volk schön sklavisch bleibt. Varoufakis und Tsipras liegen da völlig richtig.
    Dieses Geld-System ist eine MÄR und generiert wird das Geld eh aus dem nichts. Warum sollen da Griechen noch hungern müssen oder gar Abgaben mäßig in die Bredoullie kommen. Wenn Banken systemrelevant sind was sind dann Menschen?

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