Die Endlosschleife

Unser Zeitalter ist medial geprägt von Diskussionsrunden über Standpunkte. Es wird diskutiert und resümiert, doch am Ende ist der Zuschauer um keine Erfahrung reicher, dafür aber um so verunsicherter.
Solche, in neudeutsch Talkrunden, erwecken oftmals den Eindruck von Talgrunden – also den Gesprächen zwischen festen Körperfetten[2][3][4][5]. Es gibt zwar Ausnahmen aber die erfüllen eine andere Funktion, meist als Vorführeffekt. In der Medienlandschaft sind darüber zahlreiche Beispiele bekannt und da der Zweck bekanntlich die Mittel heiligt, scheut man in diesen Kreisen keinesfalls das öffentlich zelebrierte Opferritual.

Die größte anzunehmende Panne tritt bei diesen medialen Opferfesten immer dann ein, wenn das auserkorene Opfer keine Lust an der eigenen Hinrichtung verspürt und den Altar vorzeitig verlässt bzw. den vorbereiteten Spieß in eine andere Richtung zu drehen versteht. Dem Publikum wird das als Remis verkauft oder als Fairness, wenn andere Optionen nicht zur Verfügung stehen. War das Ritual jedoch erfolgreich, stimmen die Press(e)organe Tags darauf uni sono einen Lobgesang auf die Scharfrichter an. Der, beim Zuschauer erzeugte Effekt wird damit noch verstärkt.

Bei genauerer Betrachtung verbirgt sich hinter solchen Talkrunden bzw. Zeremonien stets eine manipulative Meinungsmache der, seichte Gemüter hoffnungslos aufgesessen sind. Diese meinen zwar, sich eine eigene Meinung gebildet zu haben merken aber nicht, dass sie in eine Falle gelockt wurden, aus der es kein Entrinnen gibt. Dieser Prozess verläuft schleichend, denn Konditionierung ist ein langsam wirkendes Gift. Solche Menschen halten sich für normal und nach allen Seiten offen. Aber wer nach allen Seiten offen ist, ist nicht ganz dicht und wer nicht ganz dicht ist, hat ein Problem. Dieses zu erkennen ist für Außenstehende relativ einfach. Da wären zum Beispiel kurze bis sehr kurze Argumentationsketten, informelle Barrieren/Lücken oder politisch-korrekte Argumentation und unschlüssige Beweisführungen, die einer verbalen Auseinandersetzung nur in sehr engen Grenzen standhalten. Sind diese Grenzen nicht zu halten, erfolgt sehr oft eine Klassifizierung nach medialen Vorgaben oder gleich die Verwendung von Totschalgargumenten bzw. diffamierenden Bezeichnungen – ganz im Widerspruch zur vermeintlich „gelebten“ Toleranz.

Sobald Logik die Grenzen des Verstandes erreicht oder abweichende Meinungen am vorhandenen Weltbild zu rütteln drohen wird also sehr schnell sichtbar, wie sehr bzw. wofür diese Menschen offen und wessen Geistes Kind sie sind. Sie befinden sich in einer Endlosschleife die, je nach Intellekt oder dem Grad der Offenheit, mal größer oder kleiner sein kann. Ohne fremde Hilfe kommen sie da nicht heraus und sie selbst erkennen auch nicht ihr Dilemma, denn darin befinden sich ihrer Meinung nach die Anderen – Verschwörungstheoretiker, sogenannte Nazis, Neu-Rechte, Rassisten und dergleichen. Diese Menschen ertragen die Realität nicht, sie sind zu schwach, um von der als sicher geltenden, veröffentlichten Meinung zu lassen. Sie sind ebenso überzeugt wie einst die Masse seichter Parteigenossen in der SED, die selbst nach einem Besuch in Wandlitz, Luxus, fragwürdige Privilegien und Praktiken ihrer geistigen Führer relativiert hätten. Für viele von ihnen brach mit der Wende eine Welt zusammen. Sie konnten nicht verstehen was passiert ist denn, auch sie hingen in einer Endlosschleife fest.

Die mediale Beeinflussung hat sich seit dieser Zeit mehrfach potenziert und das Prinzip divide et impera hat sein übriges dazu beigetragen. Die Anfangs erwähnten Talkrunden leisten dazu ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Beitrag, denn sie transportieren das schleichende Gift der Konditionierung direkt in das Bewusstsein ihrer Opfer und degradieren sie zu nützlichen Idioten. Als Beispiel für die Effizienz medialer Beeinflussung, lese der Interessierte bitte diesen Artikel und sehe sich danach die Reaktion eines nützlichen Idioten an der, sich dessen überhaupt nicht bewusst ist.

MfG
Wanderer

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Ein Gedanke zu „Die Endlosschleife

  1. Das Beste Mittel aus der Endlosschleife herauszukommen, ist den Fernseher zu entsorgen. Bei Freunden: den Fernseher erst zerstören und dann entsorgen. Komischerweise wenden sich die Freunde ab, und wollen in die Endlosschleife zurück.

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