Alles zu seiner Zeit – Ursache und Wirkung

Manchmal passieren Dinge aus gutem Grund – ist eine bekannte aber sehr allgemein gehaltene Redewendung. Wenn aber Dinge passieren, folgen sie zwangsläufig irgend welchen Ursachen. In einer durch- organisierten, reglementierten, kurzum konstruierten Welt wie unserer übersehen wir meist die übergeordneten Prinzipien. Und trotzdem passieren „Dinge“ stets dann, wenn die Zeit reif dafür ist, dann, wenn eine Ursache Wirkung zeigt. Ob diese Wirkung gewollt ist oder nicht sei dahin gestellt. Fakt ist, dass immer eine Wirkung einsetzt – erst recht nach 25 Jahren Plünderungspolitik.

Der Grundstein für Phänomene wie die Montagsmahnwachen, HoGeSa, PEGIDA etc. wurde mit der ersten Privatisierungswelle gelegt. Die Lebensumstände waren damals noch weitestgehend angenehm und eine breite Protestbewegung schien, mit wenigen Ausnahmen, nicht notwendig. Mit der Privatisierung verwandelte sich jedoch das politische Geschehen in ein Geschäft und das ist ein wesentlicher Faktor. Dazu gab es weder eine Notwendigkeit, noch wurde dieser wichtige Schritt mit der Bevölkerung verhandelt oder erklärt. Rechtfertigungen gab/gibt es zur Genüge aber die sind eher fadenscheinig und zusammenhanglos und können daher als Werbeslogans oder Phrasen abgetan werden – je unverständlicher ein politisches Statement, um so größer ist die zu verbergende Schweinerei. Objektiv betrachtet werden die (politischen) Ursachen vornehmlich für die Interessen des Establishments und wohl eher unfreiwillig, für deren späteren Widerstand gesetzt. Das eine Privatisierung dieses Ausmaßes auch Folgen haben musste war wohl bekannt. Zumindest sprechen einige in diesem Zusammenhang eingeleitete Maßnahmen dafür. Die Bekannteste darunter dürfte Hartz IV sein, dicht gefolgt von der Heuschrecken Plage. Massenentlassungen waren demnach absehbar.

Erinnern wir uns der vorgeschobenen Gründe für Hartz IV

Anlass dafür war der sogenannte Vermittlungsskandal […] Nachdem Erwin Bixler […] Manipulationen vortrug […] resultierte der Vermittlungsskandal im Wesentlichen aus einer Anmahnung des Bundesrechnungshofs vom Januar 2002.

[…]

Während der Vermittlungsskandal […] daraufhin einen großen politischen Widerhall fand, zu den Hartz-Reformen führte und wegen der zeitnahen medialen Präsentation mutmaßlich u. a. die Bundestagswahl 2002 beeinflusste, war das öffentliche Echo […] weitaus geringer.

[…]

Ziel des daraufhin entworfenen Hartz-Konzeptes war es, innerhalb von vier Jahren die Arbeitslosenzahl von damals vier Millionen zu halbieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hartz-Konzept

Privatisierung und Hartz IV sind Mogelpackungen auf ganzer Linie, wobei Hartz IV zu einem Eckpfeiler eines neuen Ausbeutersystems mutierte. Nach dem Krieg wurde Politik (überwiegend) für und im Sinne des Gemeinwesens, des Staates betrieben. Seit der Wende ist das anders und mit der Einführung von Hartz IV wurde das Verfassen von wirtschaftlich relevanten Gesetzen durch Lobbyisten und deren Anwälte gängiger Usus. Gesetze aus dem sozialen Bereich lassen dagegen auf dezidierte Inkompetenz schließen. Es wurde auch vieles umgekehrt, in seinem ursprünglichen Sinn verdreht. Aus sozial wurde a-sozial, aus Hilfeempfängern wurden Kunden(!), aus Akzeptanz wurde Toleranz und aus Bestechung, Lobbyismus – letzteres klingt nicht so anrüchig obwohl mit beidem das Selbe erreicht wird – Einflussnahme.

Auf die Privatisierungswelle folgte die Entlassungswelle, der wiederum eine kleine Empörungswelle folgte. Da aber immer mehr Geld verbrannt wurde und keine weiteren Einnahmen außer den Abgaben zu erwarten waren, kamen die nächsten Privatisierungswellen in Sichtweite – und mit ihnen Hartz IV. Die Bevölkerung sollte den Eindruck bekommen, dass sich der Staat, die Regierung rührend um sie kümmere. Das sich aber knallharte wirtschaftliche und auch immer mehr egoistische Interessen dahinter verbargen, wurde komplett ausgeblendet. Zu allem Übel drängelten sich Emporkömmlinge einer Schein-Ökopartei „die Grünen“ ins politische Business und was die dort „geleistet“ haben ist nicht rational erklärbar. Dieses „Spiel“ geht nun schon ein viertel Jahrhundert. Eine Zeitspanne, in der jede Menge Ursachen gesetzt wurden – und plötzlich setzt eine Wirkung ein. Das sich die Politik bestürzt bis verwirrt über den „plötzlichen“ Sinneswandel ihrer Untertanen zeigt lässt sehr tief blicken. Einerseits könnte man vermuten, dass mit Widerstand schon gar nicht mehr gerechnet wurde. Andererseits lassen die Anfeindungen aus Politik und Medien gegen neue Protestbewegungen auf einen etablierten Gott-Komplex in den oberen Rängen des Establishments schließen.

Statt aber zu reagieren wie es eigentlich angemessen wäre, betreibt die Politik systemkonforme Haarspalterei. Die Ursachen bleiben davon aber unberührt. Das ist in allen Bereichen so. Ob in der noch andauernden Finanzkrise, der Außenpolitik, Innenpolitik, Wirtschaft, wo auch immer, nirgends werden die Ursachen behoben. Die vermehrt auftretenden Effekte gesellschaftlicher Verwerfungen schaukeln sich indes durch Restriktionen, Abgabenerhöhung, Bürgschaften und vielen, Milliarden schweren Krediten immer weiter auf. Bei solchen Aussichten sind hysterischen Reaktionen auf die neuen Protestbewegungen beinahe verständlich. Immerhin ist das europäische Haus noch nicht ganz fertig – die Fundamente fehlen noch – und bevor nicht irgendwas simuliert wurde, das wenigstens wie ein Fundament aussieht, muss die nationale Front mit allem Mitteln gehalten werden.

Das ähnelt schon fast einer Zwangskollektivierung wie es sie auch nach der Grenzziehung in der DDR gab – und wieder mit einem großen Bruder an der Seite der genau weiß wohin er treten muss, um blinden Gehorsam zu erzwingen. Das politische Business des amerikanischen Establishments wurde in die BRD importiert und genau das verursachte den Wandel von einer falsch verstandenen Demokratie zur parlamentarischen Diktatur – mit Meinungshoheit, versteht sich. Der Supergau ist jedoch die Verschmelzung der europäischen Staatsmonopole zu einem politischen Oligopol, in dem Wahlen nur noch einen formellen Charakter haben und das über Freihandelsabkommen mit dem weltumspannenden Netz der Geschäftsleitung verbunden ist – der Europäischen Union. Wenn das keine Neue (Welt) Ordnung ist, was dann?

Dieser Vorspann war nötig, um eine möglichst schlüssige Antwort auf eine essentielle, oft gestellte und viel diskutierte Frage zu finden.

Warum gerade PEGIDA?

Vielleicht, weil manchmal die Dinge aus gutem Grund passieren obwohl dieser, selbst bei genauerem Hinsehen, nur schwer bzw. gar nicht auszumachen ist.

MfG
Wanderer

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s