Selbstbetrug – des Märchenrätsels Lösung?

Im letzten Artikel habe ich ein multiples Problem in sehr vereinfachter Form geschildert und gefragt, welche Lösung naheliegend wäre. Sinn und Zusammenhang zum folgenden Artikel ergeben sich also erst, nach dem Lesen des gestrigen Artikels.

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Das eigentliche Problem ist die Herangehensweise. Wird lediglich die Frage nach einem Schuldigen (der Genossenschaft) aufgeworfen, hat das keine sonderlichen Konsequenzen. Außerdem bleiben andere, wesentlichere Aspekte unbeachtet. Erweitern wir den Focus auf 2x und trachten danach, die wahren Gründe aufzudecken (Fusion und Begleiterscheinungen), bleiben alle weiteren Aspekte ebenso unberührt. Drehen wir jedoch unseren Focus auf Weitwinkel, offenbaren sich ganz andere Zusammenhänge und folglich auch ganz andere Lösungsansätze.

Auf den ersten Blick ist die Genossenschaftsleitung für die Missstände verantwortlich. Aus Sicht der Genossenschaft hält man sich lediglich an vorhandene Rahmenbedingungen und nutzt demzufolge alle sich bietenden Möglichkeiten aus. Das schließt die Guerillataktik mit ein, denn dagegen gibt es keine rechtliche Handhabe. Und dann wären da noch die Bewohner… Deren Verhalten lässt tief in gesellschaftliche aber auch menschliche Abgründe blicken. Eine durchaus verständliche Reaktion ist die Gruppenbildung. In der Gemeinschaft ist man eben stärker. Aber nun tritt ein Phänomen auf, das jede Aktivität von vornherein zum Scheitern verurteilt. Statt einer, bilden sich gleich mehrere Gruppen, die, jede für sich, ihre Ansichten pflegen und erfahrungsgemäß auch nicht davor zurück schrecken, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.

Dieses Phänomen ist weithin bekannt und wird auch oft bemängelt – in Form von Vorwürfen. Aber wie nähern wir uns einer Lösung des ursprünglichen Problems? Die Genossenschaft in ihren Handlungsmöglichkeiten einschränken? Gesetze verschärfen? Mehr Rechte für die Bewohner? Guerillataktiken verbieten? Protestschreiben verschicken? Das wäre alles machbar, würde jedoch die ohnehin komplizierte Gesetzeslage weiter verkomplizieren, was widerum Streitigkeiten oder die Entwicklung neuer Geschäftstaktiken zur Folge hätte. Außerdem wäre die Wohngemeinschaft weiterhin und aufgrund unterschiedlicher Meinungen entzweit.

Aufmerksame Leser dieses Blogs ahnen vielleicht, was nun folgt. Genau genommen gibt es nur zwei Lösungsansätze, wobei einer davon lediglich die Fortsetzung der Geschichte nach den vorhandenen Rahmenbedingungen wäre – inklusive aller Folgen. Ein anderer, und meiner Meinung nach effizienterer Lösungsansatz wäre jedoch, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu ändern. Am Besten gleich auf nationaler, besser noch, auf internationaler Ebene. Was spricht eigentlich dagegen? Richtig, das Konkurrenzdenken…

Eigentlich handelt es sich beim Konkurrenzdenken um ein multidimensionales Problem, denn es erstreckt sich über alle Bereiche des gesellschaftlichen, kulturellen, wissenschaftlichen, spirituellen und wirtschaftlichen Lebens. Ist dir eigentlich schon mal aufgefallen, dass Produkte und Dienstleistungen, Religionen und wissenschaftliche Arbeiten, defacto Ergebnis einer präemtiven Kooperation sind? Und kannst du dir annähernd vorstellen, wieviel Energie allein durch Konkurrenz gebunden wird? In fast allen Erscheinungsformen lenkt Konkurrenz vom Wesentlichen ab und schmälert den bestmöglichen Output. Es gibt auch eine positiv wirkende Konkurrenz, jenseits von Wettkampf, Wettstreit und Wetteifer – aber dazu fehlt uns die gesellschaftliche Grundlage.

Das bestehende System und seine Begleiterscheinungen steht in diesem Beispiel stellvertredend als Ursache für die meisten Probleme auf der Erde. Ich will gar nicht abstreiten, dass gewisse Kreise sehr effektiv ihre Interessen zu vertreten wissen und es in dessen Folge zu katastrophalen Ergebnissen kommt. Aber mal Hand auf’s Herz. Wie sähe denn, gemäß dieses Artikels, ein Lösungsansatz für die globalen Probleme aus?

MfG
Wanderer

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2 Gedanken zu „Selbstbetrug – des Märchenrätsels Lösung?

    • Scroll mal etwas tiefer zu den Videos von Prof. Franz Hörmann. Er liefert konkrete und auchmachbare Lösungsansätze – mit gleitendem Übergang. Aber wie ich schön des öfteren erwähnte, steht der Wunsch nach Veränderungen an erster Stelle. Ohne diesen Wunsch, bleibt alles beim Alten.

      MfG

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