Wir basteln uns (selbst) ein Wunder

Die Schlussfolgerung aus dem letzten Artikel ist selbstverständlich nur bedingt richtig. Richtig ist die Tatsache, dass Wunder einer Quelle entspringen, die jeder anzapfen kann. Richtig ist weiterhin, dass nicht unsere Geisteskraft die vorhandenen „Wunder“ vollbracht hat – wir wundern uns lediglich über die negativen Ergebnisse. Somit kann es folgerichtig keinen Konsens zwischen den Wundern der Herrscher und dem, sich wundern, der Beherrschten geben. Einen Konsens gibt es lediglich innerhalb der Herrschaftsstrukturen. Die Bevölkerung bekommt nur einen faulen Kompromiss angeboten und schätzt sich glücklich darüber, zwischen Pest und Cholera wählen zu dürfen.

Nun mal ehrlich, wer hat’s gemerkt?

Damit wir uns ein eigenes Wunder basteln können, sind bestimmte Vorraussetzungen nötig. Vorraussetzungen, die wir weder realisieren und wenn doch, nicht oder nur schwerlich akzeptieren. Aber kommen wir zum Wesentlichen. Ausnahmslos alles lässt sich von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachten. Das sich daraus ergebene Potential ist enorm und lässt sich, je nach Interessenlage, nutzen. Da die Motive meist egoistischer Natur sind, dreht sich fast alles um den Eigennutz. Interessant wird es aber in der Politik. Dort geben sich Eigennutz und Gruppeninteresse ein Stelldichein und was dabei heraus kommt, erleben wir täglich in Echtzeit. Herausragendstes Merkmal dieser Aktivitäten ist die gebündelte Geisteskraft der Interessenvertreter. Es wird eine Marschrichtung vorgegeben und im Konsens, mit den Interessen der Beteiligten und den Eigenen, konsequent verfolgt. Die dabei genutzte und zugleich gerichtete Geisteskraft ist zwar nicht messbar aber wir sehen die Ergebnisse, die Wunder, recht deutlich. Nicht die Kompetenz des Einzelnen steht im Vordergrund, sondern das gemeinsame Ziel.

Die Geisteskraft einer Gruppe oder Vereinigungen von Gruppen hat also ein hohes Energiepotential. Wird diese Energie auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet, erhalten wir zwangsläufig und je nach Intensität und Interessenlage, ein mehr oder weniger gewünschtes Ergebnis. Aber wie können wir das innerhalb der Bevölkerung umsetzen wo wir doch sehen, dass sich in letzter Konsequenz jeder um sich selbst kümmert? Um ein Ziel zu erreichen sind Einigkeit und Zusammenarbeit nötig. Ist das ein Problem? Nein! Einigkeit und Zusammenarbeit ergeben sich, wie durch ein Wunder, von selbst, wenn ein gemeinsames Ziel definiert wurde. Ist dieses Ziel wertvoller als die Summe der Eigeninteressen, entsteht aus der Menge der gerichteten Geisteskraft das, was wir gemeinhin als Wunder bezeichnen.

Wir müssen uns also nicht mit den Wundern unserer Herrscher zufrieden geben, sondern können auch selbst welche erzeugen – wenn wir unsere Geisteskraft auf ein gemeinsames Ziel ausrichten. Dieses Ziel hat Prof. Franz Hörmann für uns definiert. Der Wunsch, dieses Ziel zu erreichen, ist Nahrung für unsere Geisteskraft und damit sind wir in der Lage, uns selbst ein Wunder zu schaffen.

MfG
Wanderer

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8 Gedanken zu „Wir basteln uns (selbst) ein Wunder

  1. @ Wanderer

    Ich bin sehr einverstanden mit deiner Hauptaussage. Ich formuliere es lediglich anders. Ich bezeichne das, was du als gebündelte Geisteskraft bezeichnest „Absicht fassen und den Fokus drauf halten“. So ich dich richtig verstehe, meinen wir dasselbe.
    In der Tat haben die verborgenen Herrscher Hervorragendes geleistet. Es ist ihnen gelungen, durch eben dieses Vorgehen (wir, unsere Gemeinschaft, jeder einzelne von uns) WILL dies dies und das erreichen. Das gibt eine ungeheure Pauer. Und weil sie dann noch es bitzeli geschickt waren im Anzapfen von Drittenergien haben wir heute den Salat, den wir haben.

    Die Aufklärerszene beginnt sehr sehr zu recht nach Vereinigung und Bündelung der Kräfte und nach Taten zu rufen. Wenn Viele die glückliche Erde visualisieren, ist das kraftvoll. UND wir sind in Körpern und müssen den Arsch verrühren, wenn was ändern soll.

    Nebenbei: Ich sage: Wer an Wunder glaubt, ist dumm.
    Lieber Leser, sollte dich das irritieren und möchtest du wissen, wie ich zu diesem Senf komme, dann lade ich dich ein:
    http://bumibahagia.com/2014/10/27/wunder-essay-2/
    🙂

    • „Wer an Wunder glaubt, ist dumm.“

      Das kann ich nicht so stehen lassen. Bekanntlich ist der Glaube in der Lage, Berge zu versetzen – ergo, Wunder zu vollbringen. Dummheit ist lediglich die Abswenheit, von Wissen. Aber ich lasse mich auch gern eines Besseren belehren.

      Eigentlich stellst du dir in deinem Essay selbst ein Bein^^

      …aber ich weiss, was du damit sagen willst.

      MfG

      • @ Wanderer

        Nö. Glaube beinhaltet den Zweifel. Glaube genügt nicht, um Berge zu versetzen. Der Berg haut erst ab, wenn ich gewiss bin, dass er es tut, wenn ich es denn so denke.

        Zum Essay.
        Du verstehst, was ich sagen will? Ich selber offenbar nicht, denn ich merke nix von einem mir selbst gestellten Bein.

        • Glaube, mein Gutster, schließt aber den Zweifel aus. Zweifel entstehen imho erst in dem Moment, wenn vom Glauben Abstand genommen wird. Dem gehen meist andere Dinge voraus, die besagte Zweifel erst säen. Das Wort Zweifel beinhaltet „zwei“, deutet also auf eine (Ab)Spaltung aus der Einheit, den daraus folgenden Zwiespalt, hin.

          Daraus ließe sich folgern, dass Zweifel ein Instrument ist, um den Glauben zu schwächen.

          • Wanderer
            „Ich glaube, er ist gegangen. “
            „Ich weiss, dass er gegangen ist. “

            Das ist bloss Umgangssprache, zeigt aber grob geschnitzt das, was ich meine.

            Haha. Da beissest auf Granit. Glaube ist eine wunderschöne Sacche. Ich glaube zum Beispiel, dass morgen die Sonne aufgeht. Letzte Gewissheit darüber gibt es nicht.
            Dies ist nun ein Beispiel, welches im Gegensatz zum ersten Beispiel einen miniminiminiminiminikitzekleinen Zweifel beinhaltet.

            In unserm Tagesbewusstsein können wir nur glauben. Unser Tagesbewusstsein lässt (sinnvollerweise, die Welt ist schlecht und unser Ego hat zu recht immer Schiss) uns NIE gewiss sein.
            WISSEN tue ich in einem hohen erleuchteten Zustand. Und das wiederum hat dann mit Glaube gar nichts zu tun. Wer weiss, dem fällt Glaube ab wie trocknender Ton von einer festen Form.

          • Ich glaube, wir reden da aneinander vorbei 🙂 Der letzte Kommi von jauhuchanam berührt eigenartigerweise genau dieses Thema. Hat das Prädikat Lesenswert.

  2. 3.+ „Glaubens“-Möglichkeit (auch nach Wiki;) ):
    (Etymologie)
    Das Wort glauben kommt von mittelhochdeutsch gelouben, althochdeutsch gilouben ‚für lieb halten‘, ‚gutheißen‘ und geht mit den verwandten Wörtern Lob und lieb u.a. auf die indogermanische Wurzel *leubh zurück. Der gleichen etymologischen Wortfamilie gehören aus anderen Sprachen auch englisch be-lieve ‚glauben‘, lateinisch libet ‚es beliebt‘, ‚ist gefällig‘ libīdo ‚Begierde‘ und russisch люби́ть ljubit ‚lieben‘ an. Ferner gingen aus der Wurzel auch die präfigierten deutschen Wörter geloben, verloben, erlauben, Urlaub und Gelöbnis hervor.[1][2]

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