Humanismus vs. Gott

Dieses Thema muss aufgrund der Vielfalt praktizierter Religionen angesprochen werden. So, wie auch von den Stadthaltern des Kapitalismus, wird der Humanismus ebenso in religiösen Kreisen als suspekt angesehen und folglich (offiziell) abgelehnt. Wir sollten zuerst zwischen Religion und Glauben unterscheiden. Visualisiere dir eine Welt ohne Gebetshäuser, religiöse Führer, deren Regeln und Zeremonien, ohne Sünde, ohne Messias und selbst ohne heilige Schrift. Fühltest du dann noch immer eine Verbindung zu Gott? Wärest du dir seiner Nähe gewiss? Das ist Glaube. Alles andere ist Religion und folglich weltlichen Gesetzen unterworfen.

Während ein einfacher Christ, ein Mensch wie du und ich, nach den Regeln und Geboten ihrer religiösen Führer lebt, caritative Einrichtungen unterstützt und Nächstenliebe praktiziert, werden auf höherer Hirarchieebene ganz andere Ziele verfolgt. Das ist keine Verschwörungstheorie sondern eine erwiesene Tatsache. Wir erkennen die gleichen Muster innerhaltb unserers Gesellschaftssystems – Herrscher mit ganz anderen Ambitionen, als das Volk glaubt. Was in den vergangenen 2000 Jahren und auch heute im Namen Jesus Christus getan wurde ist, genau genommen, eine Verhöhnung seiner selbst.

Aber das Christentum ist nicht die einzige Religion mit Interpretationsproblemen. Denn auch was alles im Namen Allah’s geschieht, ist kaum in Worten zu fassen. Jede Religion ist vom innerlichen Verfall betroffen und entfernt sich beständig von ihren ursprünglichen Lehren – ignoriert Gott. Statt dessen wird sein Wille anhand von Mythen, fragwürdigen Überlieferungen und fehl-gedeuteten Texten aus ebenso fragwürdigen heiligen Schriften interpretiert! Ja, auch die Religion folgt durchaus einem roten Faden, einem blutroten. Und es geschehen im Namen des Vaters und des Sohnes ebenso unfassbare Dinge, wie im Namen des Volkes, nur, dass weder Vater, noch Sohn, noch Volk dies jemals billigen würden.

Beleuchtet man das religiöse Spektrum der obersten Hirarchie etwas genauer, offenbaren sich enge Verbindungen zwischen den Königshäusern dieser Welt und Rom, liest man auch noch auf deren Webseiten, welche Agenda diese Kreise umzusetzen gedenken und das auch noch unter dem Deckmantel des Humanismus, sollte dem Einen oder Anderen schon mal der Löffel aus der Hand fallen. Was dort z.Bsp. unter dem Begriff Nachhaltig verstanden wird, weicht in eklatantem Maße von der eigentlichen Bedeutung dieses Begriffes ab. Da geht es um nachhaltige Macht- und Herrschaftsstrukturen und eben nicht um eine sinnvolle, dem Gemeinwohl zuträgliche, intelligente und sparsame Nutzung der Ressourcen und schon gar nicht um hirarchiefreie Kooperation. Nun könnte jemand behaupten, dass gerade das Gemeinwohl eine Herzensangelegenheit dieser Kreise ist. Nun, wenn diesen Kreisen wirklich so sehr an Gemeinwohl und Nachhaltigkeit gelegen wäre, gäbe es keine Probleme auf der Erde – schon lange nicht mehr.

Es stellt sich also nicht die Frage ob Humanismus mit dem Glauben an Gott vereinbar ist sondern vielmehr, ob religiöse Herrschaftsstrukturen den Humanismus deshalb (offiziell) ablehnen, weil gerade in diesem System sowohl die Lehren des Erlösers bzw. inter-religiös, das Prinzip Gottes, zur vollen Entfaltung gelangen? Gerade mit dem Bezug auf Jesus Lehren sollte doch jeder anständige Christ fragen, welche Motivation ihren Erlöser angetrieben hat? Könnte es etwa sein, dass Jesus schon damals die Herrschaft des Menschen über den Menschen brechen wollte? Könnte es sein, dass Jesus ein humanistisches Ideal predigte?

Du fragst dich vielleicht, warum ich das alles erwähne? Nun, du schaust doch auch nach links und rechts, bevor du über die Straße gehst – obwohl dein Ziel vor dir liegt.

MfG
Wanderer

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7 Gedanken zu „Humanismus vs. Gott

    • Wenn ich es mir Recht überlege, würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, von den Religionen eines großen Teils der natürlichen Evolution beraubt worden zu sein – zumindest was den Entwicklungsstand von Vernunft und Verantwortung betrifft. Anders ließe sich z. Bsp. kaum erklären, warum Fastmenschen auf n’em Allmachtstrip mit A-Bomben rumspielen, wie ein Affe mit Waffe. Danke für das Lob 🙂

        • Bis jetzt haben es so ziemlich alle Religionen geschafft, Besitz und/oder Geist ihrer Schäfchen an sich zu binden.

          Das war/ist übrigens ein guter Satz – wie auch der Text. Einen Tag vor Weihnachten war das – nach googlezeit.

          • Hatte ich eigentlich schon mal erwähnt, dass du dich nicht unterbewerten solltest? In der Zeit meiner Abwesenheit als Blogger habe ich weiterhin die meisten Seiten meiner damaligen Mitleser und Unterstützer besucht, nur eben MUTE. Was glaubst du, warum ich dich angeschrieben habe? Ich sag dir warum.

            Weil du in der Lage bist, deine Ansichten darzulegen und auch zu verteidigen, weil du überflüssiges abwirfst und gewillt bist, zu lernen, weil deine Intelligenz eben NICHT das Ergebnis der Quantität aller Regeln – auch der, nicht Systemkonformen – ist und, weil du einen messerscharfen Verstand besitzt, auch wenn er oft von deinen Gefühlen heimgesucht wird.

            Ja, du bist – wirklich.

          • Soweit ich mich erinnere, nein.

            Mein Verstand wird davon nie heimgesucht.

            Allerdings mein physisches Sein, weil ich wohl, wie ein Freund mal vor 20 Jahren zu mir sagte, zwar nicht das Herz auf meinen Lippen trage, aber „in meinen Händen“ und er mich erstaunt fragte, „ob ich gar nicht bemerken würde, dass ständig mit Messern hinein gestochen würde.“
            Er kommt aus Persien, die haben eine sehr „blumige“ und edle Klangsprache.

            Nein, meine „Begabungen“ und Fähigkeiten tue ich nicht unterbewerten, aber ich habe Abgründe des menschlichen Handels gesehen und erfahren – über die ich schweigen muss – und wenn andere Menschen dazu nicht nur fähig sind, sondern es auch tatsächlich tun, warnt mich das vor meinem eigenen Sein als natürliches Lebewesen.

            Und obwohl ich weiß, dass es das „Böse“ nicht gibt, weil es nicht existiert, so habe ich dennoch kein anderes Wort als „solche“ „Kräfte“, die derartige Handlungen zur Folge haben können und die Handlungen selbst, als böse zu bezeichnen ohne dabei ein wertendes oder verdammendes Urteil über den konkreten Menschen dabei zu fällen, wenn sich auch der Mensch dennoch besser vor solchen Menschen in Acht nimmt.

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