Der Weg aus dem Dilemma Teil III – Wie schafft man Herrschaftsstrukturen ab?

Wir können nach den vorangegangenen Artikeln aus verständlichen Gründen nachvollziehen, dass Kapitalismus ein Weg ist, der mit Nachhaltigkeit, Kooperation, Gerechtigkeit und Respekt unvereinbar ist. Bliebe noch die Frage zu klären, wie Herrschaftsstrukturen zerschlagen und abgeschafft werden können. Eigentlich wäre dies sehr einfach, wenn nicht die Jahrzehnte dauernde Indoktrinierung und Konditionierung, sichtbare Schäden hinterlassen hätte. Aber ich bin zuversichtlich, dass auch gegen diese geistigen Waffen ein Kraut gewachsen ist. Wie in der Homöopathie schon lange üblich bedarf es keiner massiven Anstrengungen, keines konzentrierten Mittelchens, um einen Genesungsprozess anzustoßen. Lediglich eigenverantwortliches und auch konsequentes Handeln ist dazu nötig. Wenn das Schule macht, verbreitet sich eine neue Denkweise wie ein Virus.

Der wesentlichste Faktor überhaupt ist die Fähigkeit, unsere Nächsten mit vorbildlichen Handlungen anzuspornen und ihnen die Möglichkeit zu geben, noch bessere Leistungen als die Eigenen zu erzielen. Diese Denkweise ist in der heutigen Zeit ziemlich unpopulär, stellt sie doch alles bis dahin gelernte und vor allem das Ego in den Schatten. Aber genau so wird ein Paradigmenwechsel eingeläutet. Wir sehen also, dass es gar nicht notwendig ist, gegen Herrschaftsstrukturen aufzubegehren. Die Geschichte hat vielfach bewiesen, dass nach revolutionären Bewegungen immer wieder der Mensch über den Menschen herrschte. Und genau diese Tatsache verhindert alle positiven Aspekte, zu der die Menschheit fähig wäre.

Leider lassen sich Menschen immer wieder dazu hinreißen, feindseelige Töne anzuschlagen. Ich beobachte diese Entwicklung schon seit längerer Zeit und mit zunehmender Besorgnis. Es wird nicht miteinander geredet sondern eine Art Wettbewerb ausgetragen, wer denn nun im Recht sei. Solche Diskussionen enden dann, wie zu erwarten, in Streitigkeiten und Diffamierungen. Bestenfalls wird verächtlich auf jene herab gesehen, die eine abweichende Auffassung vertreten, schlimmstenfalls werden offene Anfeindungen geäußert und unüberwindbare Barrieren zwischen den Kontrahenden geschaffen (hier ein sehr aktuelles Beispiel). Das solche Herangehensweise das System unterstützt sollte eigentlich jedem klar sein, jedoch liegen wir mit dieser Annahme völlig falsch. Wir haben den „Wettbewerb“ schon so verinnerlicht, dass es nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist den Argumenten unserer vermeintlichen Gegner genug Raum zu bieten. Ich habe Gesprächspartner schon mehrfach darauf hingewiesen und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass sie es nicht einmal in Erwägung ziehen, darüber nachzudenken.

Dies zeugt von vergifteten Denkapparaten. Statt nun zu begreifen, dass die eigene Herangehensweise nicht nur kontraproduktiv, sondern auch gleichzeitig ein Stützpfeiler des Systems ist (divide et impera), wird von solchen Menschen wieder und wieder in die gleiche Kerbe und mit dem Ergebnis gehauen, dass man nicht zueinander findet – obwohl beide Seiten den Anspruch, ein Aufklärer zu sein, für sich erheben. Und genau das ist der Grund, warum die Herrschaftsstrukturen immer weiter gefestigt werden und keine Massenbewegung (Fortschritt) einsetzt. Wir werden schon von oben herab regiert. Da ist doch völlig einleuchtend, dass die Beherrschten untereinander auf Augenhöhe agieren sollten. Aber es gibt einen Grund, warum genau das nicht passiert. Das Zauberwort heißt Konditionierung und eben diese müssen wir hinter uns lassen, soll die Welt in einen besseren Ort verwandelt werden.

Freilich kann dies nur mit den gleichen Mitteln geschehen, die den Ist-Zustand erst herbei geführt haben. Die Gefahr liegt aber darin, dass wieder mal den eigenen Interessen Vorrang gewährt wird. Geistige Disziplin gewinnt in dieser Hinsicht einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert. Ziviler Ungehorsam beginnt nicht beim Boykott staatlicher und halbstaatlicher Institutionen sondern beim zwischenmenschlichen Umgang. Also kein Wettbewerb, keine Ideologien, kein Schubladendenken und vor allem, kein Egoismus. Wenn diese Herangehensweise zur Lebensmaxime wird, transformiert sich das Fundament der Herrschenden in ein stabiles Fundament für die gesamte Menschheit. Selbstverständlich ist das ein langer Prozess, ebenso, wie es beim bestehenden System ein langer Prozess war, um schließlich an dem Punkt anzukommen, wo wir heute stehen.

MfG
Wanderer

Advertisements

Ein Gedanke zu „Der Weg aus dem Dilemma Teil III – Wie schafft man Herrschaftsstrukturen ab?

  1. Ja, volle Zustimmung.
    Das Gefährliche an der Konditionierung ist, dass sich Menschen in Kriege hineinhetzen lassen, obwohl die Kämpfer nichts gewinnen, aber Leben oder Gesundheit verlieren können – und die Kinder durch die Kriegsgräuel körperlich, seelisch und geistig geschädigt werden.
    Das Problem beginnt m.E. mit der Erziehung – genauer: den Erziehern.
    Solange Erwachsene Kinder ‚erziehen‘, solange werden die meisten Kinder auf das bestehende System konditioniert und es wird sich daher nicht viel ändern.
    Es gab/gibt auch andere Möglichkeiten des Aufwachsens, z.B.
    http://www.members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/2069Buch/2069D_10.html
    (Suchbegriff: Jugendhaus )
    Das ginge sogar im bestehenden System – allerdings werden das die derzeitigen Machthaber nicht zulassen, weil ihnen dadurch die Anerkennung ihrer Macht entgleitet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s