Der Weg aus dem Dilemma Teil II – die ersten Schritte

Im letzten Artikel ging es darum die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass ein anderes Wirtschaftssystem als die unzulänglichen und menschenfeindlichen Modelle des noch Bestehenden und der Vergangenen möglich sein könnte. Als Beispiel für die Folgen dieses Umdenkens wurde die Entwicklung fortschrittlicher und hoch effizienter Technologien angeführt. Das ist aber nicht der Anfang und somit steht zuerst die Überlegung im Raum, wie ein neues System aussehen könnte und wie man dies bewerkstelligt. Wir benötigen so etwas wie ein Werkzeug, genügend Raum und schließlich auch etwas, was einmal Gestalt annehmen soll – Ideen.

Am Anfang steht zunächst die Idee dass es möglich sein muss, ein nachhaltiges und menschenfreundliches Wirtschaftssystem zu etablieren. Um diese Idee wirklich aufgreifen zu können ist zunächst ein Paradigmenwechsel notwendig, der diesen Wunsch bis in die letzte Zelle jedes Menschen heranwachsen lässt. Mit der etablierten Sicht-und Denkweise ist das kein leichtes Unterfangen. Der Witz an der Sache, wenn man das so nennen kann ist, dass die meisten Menschen einem Programm unterworfen sind, dass die etablierten Meinungen sowohl als richtig sowie auch als die Eigenen darstellt. Obwohl noch nie ein Konsens über diese Meinungen erzielt wurde ist es so, dass zwei unterschiedliche Menschen in zwei unterschiedlichen Städten, mit verschiedenen Arbeitgebern und Kollegen am selben Tag nach dem Konsum der Nachrichten, die gleiche Meinung vertreten. Diese Tatsache allein ist nichts ungewöhnliches. Bemerkenswert jedoch ist, dass Abweichler diffamiert, verächtlich gemacht oder sogar wirtschaftlich als auch mit s.g. rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden. Die Führungsspitzen haben erkannt, dass die Bevölkerung am besten durch Manipulation über die Massenmedien funktioniert und formen die öffentliche Meinung mit diesem Werkzeug.

Aus der daraus resultierenden Geisteshaltung lässt sich kein Paradigmenwechsel einläuten. Vielmehr muss ein wünschenswertes „Gegenangebot“ zur Mainstream-Medenlandschaft vorhanden sein. Eines, das die zwischenmenschlichen Aspekte anspricht und künstlichen bzw. fiktiven Aspekten gar nicht erst eine Plattform bietet. Ebenso sollten spaltende Elemente, Ideologien, Schubladendenken, aus diesem Medium verbannt werden. Das Problem mit dem momentan bestehenden „alternativen“ Medienangebot ist mit einem Satz nicht erklärt. Es gibt zwar genug Webseiten und Blogs mit Informationen, doch sie tragen allesamt nicht zur Gestaltung eines neuen Systems bei, sondern schimpfen und wettern über die Zustände im bestehenden System. Sie sind also viel zu sehr damit beschäftigt, offensichtliche Fehler und Übertretungen zu analysieren als über einen möglichen Ausweg nachzudenken. Dabei sollten gerade die Protagonisten und Unterstützer einer jeden Bewegung wissen, dass ein Umschwung ohne festes Ziel nur eine halbherzige Sache sein kann. Wer einen Weg ohne vordefiniertes Ziel beschreitet, kommt nirgendwo an.

Freiheit ist kein Ziel, ebenso wie Frieden keines ist. Frieden und Freiheit sind die zwangsläufigen Ergebnisse kooperierender und sich gegenseitig respektierender Menschen. Dafür werden aber bestimmte Rahmenbedingungen benötigt. Also ein Gesellschaftssystem mit einem, dem fortschrittlichen Geiste, entsprechenden Wirtschaftssystem. Es ist unmöglich, eine zufrieden stellende Lösung innerhalb der Parameter des bestehenden Systems zu erzielen. Das ist vergebene Liebesmüh. Kapitalismus mit einem anderen, wenn auch revolutionärem Geldsystem wäre und bliebe was es ist – Kapitalismus, ein auf Gewinnsteigerung ausgerichtetes System. Das diese Steigerungen nur auf Kosten der noch vorhandenen Ressourcen, seinen Verbrauchern und im Nachgang auch der Umwelt erfolgen kann sollte einleuchten.

Wir sehen uns also gezwungen nach einem Instrument zu suchen, dass die Dauer-mono-Tonie der Medien übertönt und als Wecksignal auch verstanden wird. Dieses Instrument heißt Inspiration, eine schändlich vernachlässigte und ständig durch Fremdeinflüsse gestörte, menschliche Eigenschaft. Inspiration schafft Raum für eigene Ideen und Wünsche, also ganz das Gegenteil von der medialen, politisch-korrekten Dauerberieselung mit Werbeeinblendungen. Am vergangenen Wochenende hatte ich das zweifelhafte Vergnügen einer Unterhaltung, mit der Vertreterin einer jüngeren Generation. Zu meiner Verblüffung musste ich feststellen, dass jeglicher Kommentar, jegliche Bemühungen um Verständnis ins Leere liefen. Es war vergleichsweise so, als wolle man einem bis an den Rand gefülltem Gefäß noch ein Tröpfchen hinzufügen. So vollgestopft mit Meinungen und vor allem dem Glauben an das System müsste dieses Gefäß erst einmal geleert werden, bevor auch nur die kleinste abweichende Information aufgenommen und verarbeitet werden kann. Leider sind solche Unterhaltungen eher die Regel als die Ausnahme. Das trifft auch auf Kreise in der Aufklärungsbewegung zu. Aus diesem Verständnis heraus ergibt sich für den Ist-Zustand auf der Erde ein in sich schlüssiges Gesamtbild.

Wer die Wahrheit sucht, muss sie auch vertragen können. Es gibt Menschen in unserer Mitte, die mit Hingabe Aufklärungsarbeit betreiben. Sie gleichen sich mitunter nicht in ihren Ansichten und Standpunkten, es gibt sogar eine Bewegung die lieber auf etwas altes referiert als den Blick nach vorn zu richten, aber jeder von ihnen wird des Gesamtbildes nicht gewahr. Aus welchen Gründen auch immer das so ist hat es doch zur Folge, dass meine oben angeführten Vorschläge für ein völlig neues, nachhaltiges und menschenfreundliches System verächtlich betrachtet, bestenfalls ignoriert werden. Das liegt ganz einfach daran, dass jeder innerhalb dieses Systems mit eben diesem vollständig verhaftet ist. Wer das nicht erkannt hat, befindet sich noch in einer Art Kinderwelt in der man zwar die eigene Existenz wahrnimmt aber das übergeordnete Regelwerk nicht erkennt oder falsch interpretiert. In der DDR beispielsweise gab es keinen Sozialismus. Man hat der Bevölkerung nur erzählt es wäre so. Das Gleiche gilt für die ehemalige UdSSR. Von Kommunismus keine Spur. Stattdessen sehen wir rückblickend, zentralistische Sozialstaaten mit einem Hauch von Kapitalismus. So etwas wie Sozialismus oder gar Kommunismus hat es auf der ganzen Welt noch nicht gegeben.

Am ehesten ließe sich die Erde mit einem Zoo vergleichen. Alle Insassen sind Gefangene. Die Raubtierkäfige sehen wir in den USA. Europa ist das Affenhaus. In Asien sehen wir dressierte Hunde u.s.w. Jede Art wird von einem Pfleger beaufsichtigt, also gefüttert, gereinigt und bespaßt – die Regierungsebene. Ab und an erscheint auch ein Vertreter der Zooleitung auf der Bildfläche – Vertreter der Wirtschafts- und Finanzindustrie. Aber die Frage, wer denn überhaupt die Idee eines Zoos hatte und wer an dessen Entstehung beteiligt war, bleibt nach wie vor unbeantwortet. Darüber herrscht ein einseitig geprägter Konsens. Eine Antwort hätte nämlich, nach der ersten Aufregung, ein Umdenken und in dessen Nachgang auch den lauter werdenden Wunsch nach einem anderen System zur Folge. Dann würden wir auch gewahr werden was Demokratie eigentlich ist. Nämlich das Gerangel um den Posten, als Pfleger eines Geheges, im Zoo namens Erde. Wir würden auch verstehen, warum die Raubtiere aus den USA frei herum laufen und morden können. Nämlich weil auf Anweisung der Zooleitung an den Pfleger, das Gatter offen gelassen wurde – praktischerweise direkt in einen Viehtransport zum Zielort.

Das Leben könnte wirklich vom Anfang bis zum Ende schön sein, ohne Käfige, ohne Pfleger, ohne Zoo und ohne die, die einen Zoo wollen. Dazu braucht es Einigkeit. Zur Zeit sind wir davon aber ferner den je. Wer das erkannt hat, ist der Wahrheit schon ein gutes Stück näher gekommen.

MfG
Wanderer

Advertisements

4 Gedanken zu „Der Weg aus dem Dilemma Teil II – die ersten Schritte

  1. Ich fühle eine arge Unbehaglichkeit.

    Ich benutze ja auch die Metapher Freigehege, Menschenfarmen, Zoo, Stall, Käfig, um die herrschende Sklaverei zu umschreiben. Aber was ändert sich, wenn ich den Schweinestall nun mit rosa Tapeten schmücke – also einen Paradigmawechsel herbeiführe? Oder ob ich so ein Stück Papier DM, Dollar oder auch Intelligentes Geld nenne?

    Sklaverei ist Sklaverei und Freiheit ist eben Freiheit.
    [Metapher ein]
    Und beides ist eine „Matrix“, funktional umgekehrt als das „Verhalten“ zweier Magnete, dort „ziehen“ sich die „Gegensätze“ SCHEINBAR an, also + Plus – ziehen sich an. Sklaverei ist das Minus, Freiheit das Plus, aber das „zieht sich nicht an, sondern stößt sich ab“ –
    sie Gehen-Nicht-Miteinander, sie verlieben sich nicht, aus ihnen entstehen keine heilen und gesunden Nachkommen [Metapher aus.]

    Es funktioniert nicht, weil es nicht funktionieren kann, denn Licht wirft keine Schatten und Schatten kann kein Licht geben.

      • „Am Anfang steht zunächst die Idee dass es möglich sein muss, ein nachhaltiges und menschenfreundliches Wirtschaftssystem zu etablieren.
        1. Die Idee, dass es möglich sein muss
        2. Die dazugehörende Idee selbst
        3. Die Antwort: zu 1. lautet ja schlicht Ja, aber es fehlt eben die dazugehörende Idee unter 2. Und wenn es sie gibt, wird sie nicht genannt, wie soll sie dann aber Wirklichkeit werden?
        4. Wie sieht denn ein nachhaltiges und menschenfreundliches Wirtschaftssystem aus, dass es zu etablieren gilt? Also, „wohin soll die Reise gehen?“
        Denn Angebote gibt es nun schließlich, wie der Sand am Meeresstrand – upps, obwohl der ja jedes Jahr massiv abgebaut wird, um den bei der Betonherstellung zu verwenden: GIGANTISCH ein Würfel von 25 Kilometer Kantenlänge, Tag und Nacht ist eine riesige Flotte unterwegs, die Welt mit Sand zu versorgen … ein wenig LOL: „auf Sand gebaut“ …

        • Da wir uns über die Idee als Initialzündung einig sind, kommen wir gleich zur Sache. Als Wirtschaftssystem bietet sich eine Kooperationsgesellschaft an, wie sie Prof. Hörmann in seinen Vorträgen beschreibt. Kooperation statt Konkurrenz. Als Gesellschaftssystem kommt der Humanismus einem Ideal am nächsten. Dabei meine ich nicht die heute gebräuchlichen Bezeichnungen eines Gedanken-verwurschtel-Humanismus. Darüber habe ich doch in diesem Blog ausführlich geschrieben. Ein kooperatives Wirtschaftssystem nach Hörmann Wirklichkeit werden zu lassen, bedarf natürlich einer gemeinsamen Anstrengung, der ein Wunsch nach einem besseren System voraus geht. Fast wie Weihnachten, wenn du dir nix wünschst, bekommst du irgendwas – Scherz.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s