Der Weg aus dem Dilemma – ein Ansatz

Die wohl beste Voraussetzung für einen Neubeginn ist der geistige Offenbarungseid – ich weiss, dass ich nichts weiss. Dieses Zugeständnis von Ökonomen oder Wissenschaftlern zu erwarten ist freilich vergebens. Für solch wahre Größe ist in unserem Wirtschaftssystem kein Platz. Wir brauchen also unverbrauchte und nicht vorbelastete Vordenker die ein neues System entwickeln, das auf Nachhaltigkeit und einer gerechten Verteilung beruht. Da diese beiden wesentlichen Begriffe in das Neusprech des kapitalistischen Wirtschaftssystems überführt (entführt) wurden, müssen sie zuerst in eine unzweideutige Definition gefasst werden.

Nachhaltigkeit ist die Wissenschaft der schwindenden Ressourcen und deren zweck- sowie sinnbezogenen Förderung und Nutzung, Ressourcenökomonie. Nachhaltigkeit entsteht ausschließlich dann, wenn durch sie kein Profit erzeugt, der gesellschaftliche Nutzen hingegen maximiert wird. In diesem Zusammenhang ist Nachhaltigkeit die hohe Kunst der Qualität und somit der Maximierung einer Nutzungsdauer von Erzeugnissen des persönlichen als auch gesellschaftlichen Bedarfs.

Um diese vage Definition an ein Beispiel zu binden, betrachten wir Nachhaltigkeit am Beispiel eines Kraftfahrzeuges. Es ist mit den heute verfügbaren Materialien durchaus im Bereich des Machbaren, verschleißarme Fahrzeuge herzustellen. Ganz im Gegensatz zur jährlich wechselnden Modellpaletten könnten sich Hersteller auf einen Basistyp festlegen, die in einer Modulbauweise an sich verändernde Ansprüche angepasst werden können. Die Vorteile dieser Konstruktion liegen auf der Hand. Der Gesamtenergiebedarf sinkt dadurch drastisch, ebenso wie der Gesamtmaterialbedarf. So kann aus einem einst jungendlichen Flitzer ein familientaugliches Raumwunder werden, ohne gleich ein neues Kfz bauen oder anschaffen zu müssen. Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, dass alle Anstrengungen unternommen werden um bessere Antriebstechniken zu entwickeln, weg vom Vergrennungsmotor. Man entdecke zuerst die Möglichkeiten – eine Einstellung, die mit wissenschaftlichen Dogmen beladen, nicht erreicht werden kann, innerhalb eines kapitalistischen Wirtschaftssystems ebenfalls nicht.

Kommen wir zur gerechten Verteilung. Hierbei handelt es sich um ein Axiom, da sich diese Begrifflichkeit im bestehenden System lediglich aus redundanten Worten ohne Inhalt zusammen setzt. Im Kapitalismus gibt es keine gerechte Verteilung, weil dies im System nicht vorgesehen ist. Eine gerechte Verteilung käme einem Verlust gleich. Selbst bei jenen die alles und mehr besitzen, als sie in Wirklichkeit brauchen. Das ist so ein Systemding, mit dem wunderbar die Massen auseinander dividiert und beherrscht werden kann. Eine gerechte Verteilung setzt unmittlebar ein anderes Gesellschafts- und Wirtschaftssystem voraus. Wann immer ich dieses Thema anreiße wird mit Pavlow’schem Reflex gefragt, ob mir das sozialistische Wirtschaftssystem der DDR lieber wäre. Selbstverständlich nicht! Aber diese halbherzige Frage von „normalen“ Menschen ist ein Hinweis darauf, dass dieses System in den Köpfen der Menschen etabliert ist und sie lediglich eine Änderung der Spielregeln wünschen. Liebe Mitmenschen, das wäre in etwa so als würde es den Jackpot beim Lotto für jeden Spieler geben. Er ist ebenso Bestandteil des Spiels, wie die Kapitalflüsse innerhalb des bestehenden Systems und deine Chance ins Paradies auf Erden ist nun mal 1:140 Mio.

Es ist also zuerst ein radikales Umdenken nötig, ein wirklicher Paradigmenwechsel. Derzeit käme jedoch keine Regierung der Welt mit einer solchen Aufgabenstellung klar. Zu groß sind die Abweichungen von der Vorstellung eines friedlichen und fortschrittlichen Planeten, deren Bewohner sich gleichwertig achten und respektieren. Für diese Abweichungen muss es einen Grund geben. Für die herrschende Kaste ist es unbestreitbar von Vorteil, dass, je weiter der Wunsch nach einem Paradigmenwechsel von der Bevölkerung fern gehalten wird, um so mehr Macht und auch Druck auf sie ausgeübt werden kann. Wir müssen uns eingestehen, dass die vorherrschende Denkweise lebenschfeindlich und menschenverachtend ist. Im Netz gibt es genug Material, um dies zu belegen. Schließlich sind negative Eigenschaften wie Egoismus, Habgier, Machtbesessenheit, Selbsterhöhung und Rücksichtslosigkeit das traurige Ergebnis einer Wettbewerbswirtschaft unter falschen Vorzeichen.

Gerechte Verteilung hat demnach nur im bestehenden (und in den vergangenen) System(en) eine Bedeutung. Ein fortschrittliches Gesellschaftssystem kennt keine Ungerechtigkeit und somit auch keinen Anspruch auf Recht – ein Traum, fürwahr. Gleichwohl verlören auch Reichtümer ihre Bedeutung, denn es würde keinen Sinn ergeben immer noch mehr zu besitzen als man benötigt. Man muss sich nur mal vor Augen halten, wie viele Reichtümer im bestehenden System gebunden sind und eben nicht für die Bedürfnisse der Ärmsten, geschweige denn für Fortschritt und Entwicklung zur Verfügung stehen. Worin liegt der Sinn, das ganze Leben lang Reichtümer anzuhäufen, wenn man sie auf dem letzten Weg ohnehin nicht mitnehmen kann? Warum investiert man lieber Geld in eine Unze Gold, statt es dorthin zu geben, wo es nötig ist? Die Antwort ist enfach – weil wir in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem leben. Man bezahlt was sein muss und auch dann wird der Preis noch verhandelt. Der Kapitalismus hatte einst seine Existenzberechtigung. Diese Zeit ist vorbei und das erkennt man daran, dass es aufgrund seiner Schwächen für die Mehrheit zur Last wird. Nun ist es an der Zeit des Fortschritts.

Dieses Thema ließe sich noch an anderen Stellen vertiefen. Beispielsweise Lebensqualität, Gesundheit, Familie, Bildung usw. Der Artikel soll lediglich einen Anreiz dazu liefern mal über den Tellerrand hinaus zu blicken. Es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe die viele Probleme auf dieser Welt in Luft auflösen würde. Probleme die beim betreten dieses Weges zwangsläufig auftauchen, können ohnehin nicht aus der Sicht des bestehenden Systems besprochen werden – eben weil es unbekanntes Terrain ist.

MfG
Wanderer

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