Der Fehler im System oder ein fehlerhaftes System

Mit welcher Selbstverständlichkeit ein kapitalistisches Wirtschaftssystem akzeptiert und verteidigt wird ist bemerkenswert. Diese Akzeptanz zeugt aber auch von grenzenloser Dummheit die, gepaart mit Gier eben genau verursacht, was wir derzeit auf unserer Welt vorfinden. Auf eine etwas längere Sicht als die Dauer von ein paar Menschenleben betrachtet ist der Kapitalismus eine Einbahnstraße mit einem Abgrund an ihrem Ende. Nun ist eine Einbahnstraße nicht weiter problematisch, der Abgrund an ihrem Ende hingegen schon und dieser entstand durch unser Schuldgeldsystem. Kapitalismus ginge auch ohne Schuldgeld. Das wäre aber ein herber Verlust für die global operierende Kaste der Finanzindustrie.

Finanzindustrie und Kapitalismus ergänzen sich auf eine Weise die, berücksichtigt man alle Faktoren, zwangsweise Kriege, Not, Elend und am Ende jedes Zyklus einen Zusammenbruch des Wirtschaftssystems zur Folge hat. Nun ist diese Betrachtungsweise jedoch zu kurz gefasst. Weitaus verheerender sind die Langzeitfolgen für unseren Planeten, da dessen Ressourcen lediglich als Mittel eingesetzt werden, um sich zu bereichern und eine Art von zweifelhaftem Wohlstand zu schaffen. Raubbau nennt man das. Ich stelle wichtige Erfindungen gar nicht in Abrede, die Methoden und Mittel sind jedoch alles andere als zukunftsträchtig.

Betrachten wir das am Beispiel der der Autoindustrie. Die Erfindung des Verbrennungsmotors hat zweifelsohne die Welt verändert. Der Bedarf an Rohstoffen ist in diesem Zusammenhang exponentiell gestiegen. Leider haben aber Rohstoffe die Eigenschaft, nur in begrenzten Mengen vorhanden zu sein – der wesentlichste Faktor überhaupt. Anhand von Rechenmodellen ließe sich nun ein ungefährer Zeitpunkt bis zum Ende aller verfügbaren Ressourcen berechnen. Solche Rechenmodelle sind spätestens seit Peak-Oil bekannt. Um so erstaunlicher sind jedoch die Reaktionen der Menschen, wenn sie auf die offensichtlichen Widersprüche angesprochen werden. Von Gleichgültigkeit bis zum offenen Egoismus reicht die Palette der ach so menschlichen Eigenschaften. Vergeblich sucht man selbstkritische Denker, die das Ausmaß nur ansatzweise überschauen.

Stattdessen wird kritisiert, genörgelt, beleidigt. Der Kapitalismus, so die einhellige Meinung, sei das einzig funktionierende System. Der Preis spielt keine Rolle. Man stelle sich einmal vor, dass in 200 oder 300 Jahren eine wichtige Erfindung gemacht wird, die Öl dringend benötigt, wir aber in unserer Selbstherrlichkeit nichts besseres mit diesem Rohstoff zu tun hatten, als ihn zu verbrennen. Man könnte aber auch einfach die Frage aufwerfen in wieweit untersucht wurde, ob der Abbau von Rohstoffen noch andere Auswirkungen auf den Planeten haben und welche Folgen daraus erwachsen können. Ständiges Wachstum, das uns als heilige Kuh verkauft wird, ist schlichtweg nicht möglich, in einem kapitalistischen System jedoch zwingend nötig. Ein ständiges Wachstum erfordert aber ebenso eine ständig höhere Ausbeute an Rohstoffen – also das begrenzt vorhandene Zeug. Wie soll denn ein solches System die Grundlagen für friedliche Koexistenz liefern?

Mit diesem ewigen Wettbewerb stehe ich ebenso auf Kriegsfuß. Die Wahrheit ist, es gibt keinen Wettbewerb. Es gibt nur Macht und Einfluss, also ein Wettbewerb von Gaunern, die sich gegenseitig und anderen schon gar nichts gönnen. Wie lebensfeindlich Wettbewerb ist können wir täglich und in fast allen Bereichen beobachten. Den beliebten Werbespruch „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ könnte man auch übersetzen in „Meine Dummheit, meine Ignoranz, mein Egoismus“. Mehr ist es nämlich nicht, als ein Wettbewerb von und mit Idioten. Und von den Schlimmsten dieser Sorte werden wir regiert! Abartiger geht es wohl kaum noch. Mit einer Kaltschnäuzigkeit wird in diesen Kreisen entweder mit Menschenleben gespielt oder der Tod von vielen unbeteiligten billigend in Kauf genommen, dass es einem buchstäblich den Atem verschlägt.

Wir haben es also nicht nur mit einem völlig untauglichen Wirtschaftssystem zu tun, sondern auch mit Menschen, die das überhaupt nicht kapieren. Und selbst wenn sie dazu in der Lage sind, folgt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Dämlichste aller Fragen – …was kann ich schon dagegen tun? Besser kann sich Gleichgültigkeit kaum ausdrücken. In Zukunft wird die Menschheit noch vor weit größeren Problemen stehen als kollabierende Wirtschafts- und Finanzsysteme. Ressourcen gibt es nicht für ewig und die vorherrschenden Industrien sehen keinen Anlass, ihre Gewinne für deren Erhalt zu schmälern und die Entwicklung in eine andere Richtung zu lenken. Dieser Weg ist fatal aber auch er wird ein Ende haben.

Ziehen wir aus dem eben geschlilderten einen logischen Schluss könnte ein Fehler im System jederzeit behoben werden. Ein fehlerhaftes System ist und bleibt was es ist – fehlerhaft. Und genau an diesem Punkt muss angesetzt werden.

MfG
Wanderer

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