Reicht es oder darf es noch ein wenig mehr sein?

Ich sag es dir: ein Kerl, der spekuliert, ist wie ein Tier – auf dürrer Heide von einem bösen Geist im Kreis geführt, und ringsumher liegt schöne grüne Weide.

Goethe Faust 1

Willkommen in der Zeit babylonischer Sprachverwirrung. Einer Zeit, in der niemand den Nächsten mehr versteht, niemand die Überlegungen und Schlussfolgerungen der „Anderen“ hören, geschweige denn, verstehen will. Diese Zeit hat eine Qualität, übrigens ein wenig beachtetes Hauptmerkmal von „Zeit“ überhaupt, die bei jedem Einzelnen und nach genausester Prüfung keiner Qualitätskontrolle standhalten würde. Da erinnert man sich doch gern mal der „guten alten Zeit“… Ja warum denn? Und was hat es damit aufsich? Allein diese viel bemühte Redewendung ist ein deutliches Zeichen, dass Zeit eben doch Qualität besitzt und ihr quantitativer Aspekt nur im Verstreichen oder verstrichenem zu finden ist. Wir haben ein generelles und kaum beachtetes Problem mit der Zeit, denn schon ihre Einteilung ist lebensfeindlich, enspricht nicht den natürlichen Zyklen.

Daraus folgt Disharmonie in allen Bereichen, die mit der Zeit Berührungspunkte haben – quasi alles um uns herum, dass nicht der natürlichen Ordnung folgt. Pflanzen oder wild lebende Tiere leben nach einem ganz anderen Zeitkonzept – dem natürlichen Zyklus. Sie wissen wann die Zeit der Fortpflanzung gekommen ist, wann die kalte oder warme Jahreszeit anbricht und wie es um die Nahrungsmenge bestimmt sein wird – ganz ohne Kalender, Statistiken und natürlich ohne Uhr.

Uns Menschen ist dieses zyklische Zeitkonzept verloren gegangen. Ein hoher Preis wenn man um den Unterschied weiß. Diese Tatsache zu verschleiern ist Aufgabe unserer Medien und selbstverständlich auch des Bildungswesens. Den Rest besorgt das Umfeld. Ich gehe soweit zu behaupten, dass die uns bekannte Zeit eine Erfindung aus niederen Beweggründen ist. Gleichwohl kann auch die Behauptung aufgestellt werden, dass dieses Zeitkonzept ausschließlich für den einfachen Homo servum pensi gilt, jedoch nicht für die herrschenden Klassen, denn ihr Tag beginnt für gewöhnlich dann, wenn Otto-Normal schon viele Stunden jenes Geld erarbeitet hat, von denen eben diese Herrschaften ergötzlich leben. Erstaunlich, dass diese Tatsache kaum Beachtung findet und höchstens mal als Aufreger herhalten muss, wenn es um Boni oder Diäten geht.

Nun bliebe noch zu hinterfragen ob es außer dem Zeitkonzept noch weitere Unterschiede zwischen Herrschern und Beherrschten gibt. In der Tat ist es so. In den letzten Monaten trat ein ganz deutlicher Unterschied zutage, der in unserem Gesellschaftssystem zwar weitestgehend akzeptiert wird, jedoch allgemein als Unsitte gilt – die offensichtliche Lüge. Die Tatsache allein zeigt sehr deutlich eine von der Allgemeinheit abweichende Auffassung des zwischenmenschlichen Umgangs. Für jeden ist klar der Unterschied zwischen Wort und Tat zu erkennen, erst recht, wenn sie konträr zu den Gegebenheiten – wie jetzt in der Ukraine – stehen. Doch auch die Lüge folgt einem gewissen Konzept auf den dunklen Pfaden der Macht.

So wie alles seine Zeit hat, sind auch die Interessen der Machtgruppen und in dessen Folge auch die momentanen Ereignisse erklärbärbar. Die Herrschaften erkennen einen qualitativen Umschwung „ihrer“ Zeit. Entweder läuft ihre Zeit ab oder sie wird noch kommen. In beiden Fällen sehen sie sich jedoch zu Handlungen genötigt, ganz gleich zu welchem Preis. Leider wissen diese Gruppen nicht die Folgen für die Allgemeinheit abzuschätzen, von Vernunft ganz zu schweigen. In diesem Kontext sind auch die letzten Worte Jesu Christi zu verstehen als er sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

Doch auch die Einleitung durch die Worte Mephistos bekommt nun einen Sinn. Tatsächlich ist es so, dass vieles von dem was wir gemeinhin als Politik bezeichenen nichts anderes als eine Handlangertätigkeit ist, deren Grundlage auf Spekulation beruht, nämlich der Spekulation auf noch mehr Macht, noch mehr Einfluss und ewig steigende Gewinne. Aus dem derzeigen, völlig herunter gewirtschaftetem System des Westens ist nichts mehr heraus zu holen und so müssen mit Hilfe von Vasallen und Bomben neue Märkte und Ressourcen erschlossen werden. Unsere Politiker, ihres Zeichens gewissenlose Dilettanten, lassen sich gern für jede Schweinerei begeistern, wenn nur Machtposition und Kasse stimmen. Wer von diesen Irren Vernunft erwartet, wird bitter enttäuscht werden, spätestens dann, wenn die Söhne der verängstigten und ggf. ignoranten Bevölkerung an der Front verheizt werden – während sich die Bombenuschi irgendwo nach Lateinamerika abgesetzt hat. Etwas ähnliches wie einen Fühererbunker gibt es schließlich nicht mehr und Rückgrad kann man von solchen Kaspern schon gar nicht erwarten.

Welche Konsequenzen sollten wir daraus ziehen? Offensichtlich ist sich die Wahheits- Freiheits- und Friedensbewegung nicht ganz einig. In gewissen Dingen sind die Ansichten zwar ähnlich, die Standpunkte, so vorhanden, sind unverrückbar. Das kann und sollte den Einzelnen jedoch nicht stören – noch nicht. Immerhin geht es um die Abwendung eines alles vernichtenden Krieges – und das geht jeden etwas an. Wenn du also willst, dass etwas funktioniert, dann mach es selbst. Suche bei dir nach den Gründen, einen Krieg zu verhindern. Ich halte jede Wette, dass selbst der pessimistischste Mensch stets dem Frieden den Vorrang gewähren wird.

MfG
Wanderer

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