Die Scheinwelt

Da haben es diese Politganoven doch wirklich gewagt ihre Diäten – ein Unwort als Unding – kräftig zu erhöhen. Fast 9100 Euro pro Monat sind es nun. Ein ziemlich kräftiger Schluck aus der Pulle in Anbetracht der desaströsen Lange im Land. Die Vertreter auf den politischen Haupt- und Nebenbühnen werden immer zahlreicher und aufgrund der knapper werdenden Plätze an den Futtertrögen der Gesellschaft, auch zunehmend immer dreister. Fern ab der Wirklichkeit regieren sie einen Scheiß zusammen und bemerken es in ihrer Selbstherrlichkeit nicht einmal.

Der neueste Clou ist ein Regierungswechsel in der Ukraine. Wahrscheinlich hat nicht einmal ein Bruchteil der Bevölkerung realisiert, was da überhaupt geschehen ist. Hier in D kommt man ja auch vor lauter Kaufzwängen und Arbeit gar nicht mehr zum Nachdenken. Der Kapitalismus wird als das finale Gesellschaftssystem betrachtet und das täglich Fernsehen liefert das Mantra dazu. Die Abwärtsspirale ist schon deutlich sichtbar und hin und wieder getraut sich auch jemand darüber zu reden. Aber die Angst der Bevölkerung vor der eigenen Regierung sitzt so tief im Nacken, dass ein Aufbegehren undenkbar scheint. Doch Angst fördert Frust und aus Frust erwächst Zorn.

Selbstverständlich taucht angesichts dieser Tatsachen die Frage nach einer Veränderung auf. Selbstverständlich ist das Volk unzufrieden und ebenso selbstverständlich wird mangels einer besseren Idee dem vermeintlich kleineren Übel der Vorzug gewährt. Erst gestern hatte ich wieder ein paar schöne Gesprächsstunden. Dabei fiel das Wort „Kommunismus“. Hat sich beim Lesen dieses Wortes gerade etwas in dir geregt? Wenn ja, bist du leider, leider manipuliert. Kommunismus hat rein gar nichts mit dem Sozialismus zu tun. Der Sozialismus wurde gern als Vorstufe zum Kommunismus angepriesen, aber das eigentliche Wesen dieser Gemeinschaftsform wurde von den Sozialisten nicht verstanden.

Also was ist nun Kommunismus? Das Wort stammt von Kommune (der Gemeinschaft) ab und beschreibt ein Gemeinschaftswesen. Eine Gemeinschaftsordnung, in der jeder alles hat und alles bekommt was gerade gebraucht wird. In den Medien wird dieses Bild ganz bewusst verzerrt und auf das Unwesen des sozialistischen Zentralstaates herunter gebrochen. Die Wahrheit aber ist, dass Kommunismus noch nie auf der Welt existiert hat. Ein Geldsystem wie wir es kennen, hätte im Kommunismus gar keine Existenzberechtigung. Schließlich lebt eine Kommune gemeinschaftlich von den Dingen, die sie erwirtschaftet. Das Spiel „wer hat am meisten“ zählt dort überhaupt nicht. Vielmehr stehen Qualitäten und Weiterentwicklung ganz hoch im Kurs.

Der wahre Kommunismus ist nicht Marxismus oder Leninismus, ist nicht links, nicht rot und nicht Sozialismus. Kommunismus ist ein Menschheitstraum nach Freiheit, nach Entwicklung und nach Wertschätzung. Der Mensch steht im Vordergrund und nicht die Industrie oder die Interessen einzelner. Ist es nicht das, was jeder will? Ist es nicht dieses Ziel, das wir anstreben? Um dieses Idee in die Köpfe der Menschen zu pflanzen bedarf es aber erst einer Klarstellung der Begrifflichkeit des Wortes Kommunismus. Sowohl die Massenmedien als auch die Linken rennen mit einer Vorstellung vom Kommunismus durch die Welt, die dieses einzigartige, auf Gemeinschaftlichkeit aufbauende Lebensprinzip zu Gunsten des schnöden Mammons und für die Durchsetzung eigener Interessen ad absurdum führen.

Wer sich mal einen Spaß leisten möchte, der gebe bitte in die Bildersuche von gooogle zuerst das Wort Kommunismus ein. Seitenlang wird man dann förmlich erschlagen von linksgerichteter Symbolik. Gibt man das Wort Kommune ein erscheint, welch Überraschung, eine Flut von Hippie-Bildern. Das sind die Bilder, die Politik und Medien in die Köpfe der Menschen gepflanzt haben. Nicht das Schöne, Vollendete, Erstrebenswerte wird als Suchergebnis geliefert, sondern Abstraktionen, Phantastereien und Ideologien. Wer da Augen hat, der sehe…

Wer das Wort Kommunismus nicht ertragen will, kann es gern gegen ein anderes austauschen. Das Prinzip ist es, worum es hier geht. Die Verballhornung von Begriffen trägt im Wesentlichen dazu bei, dass zwei zwar das gleiche meinen, aber aufgrund abweichendem Verständnis über Begrifflichkeiten keinen gemeinsamen Nenner finden. Nicht ein ‚ismus sollte Gegenstand einer Debatte sein, sondern die gemeinsamen Ziele. Aber wer denkt schon über den Tellerrand hinaus? Veränderungen wollen alle und je eher um so besser. Aber wer sitzt danach wieder an der Machtspitze? Wer hat sich Gedanken darum gemacht, wie es nach einer Veränderung weiter gehen soll? Es geht in den vielen Diskussionen immer nur bis zu diesem einen Punkt. Alles ist Scheiße also muss alles weg.

Meine Frage lautet: Und was dann?

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