Das Casino

Casino
Bild: casino4rent.ch

Ein Casino unterliegt bestimmten Regeln. Diese richten sich nach der gängigen Gesetzgebung. Gleichzeitig aber hat jedes Casino seine hauseigenen Regeln. Jeder Spieltisch wiederum unter liegen ebenfalls Regeln, die alle Mitspieler akzeptieren müssen. Nicht zuletzt hat jedes Spiel seine eigenen Regeln. Jedes dieser einzelnen Regelwerke funktioniert unabhängig voneinander, jedoch sind alle in ihrer Gesamtheit unabdingbar. Erst wenn sich alle Instanzen darüber einig sind die Regelwerke umzustellen, treten auf allen Ebenen neue Regeln in Kraft. Diese, zugegebenermaßen etwas triviale, Beschreibung soll uns das Zusammenspiel von Regelwerken skizzieren, gleichzeitig aber als Analogie für den nachfolgenden Text verstanden werden.

Es geht ein letztes mal um die vielfältigen Meinungen zu den Themen Souveränität, die Firma BRD, staatliche Selbstverwaltung, Gesetze im allgemeinen und selbstverständlich um Ideologien. Ein letztes mal darum, weil immer wieder festzustellen ist, dass ein Umdenken, wie es notwendig für einen Paradigmenwechsel wäre, nicht einsetzt und statt dessen stets die gleichen „Argumente“ als Diskussionsgrundlage herhalten. Bei der Analyse dieses Problems bin ich zu Ergebnissen gekommen, die ich im Anschluss kurz erläutere und zur Diskussion stelle.

In den vielfältigsten Diskussionen über die genannten Themen werden stets Rechtstexte zitiert sowie auf irgendwelche Paragraphen in Gesetzbüchern hingewiesen. Als ob das noch nicht genug wäre, wird auch auf veraltete und nicht mehr rechtskräftige Gesetze verwiesen. Als Krönung des Ganzen wird versucht, auf Grundlage der entstandenen Rechtsauffassung einen Rechtsanspruch herzuleiten. Das Paradoxe daran ist, dass diese Rechtsansprüche mit Hilfe der gängigen Rechtsprechung, die einem ganz anderen Rechtssystem unterliegt, begründet und eingefordert werden. Im Beispiel unseres Casinos wären das Ansprüche, anhand von Regelwerken des Vorbesitzers geltend zu machen bzw. die Regelwerke anderer Casinos als Grundlage für die eigene Rechtsauffassung und den daraus resultierenden Rechtsansprüchen verwenden zu wollen. Jeder wird mir in diesem Punkt beipflichten wenn ich sage, dass diese Herangehensweise idiotisch ist. Ebenso selbstverständlich ist auch, dass der Casinobesitzer entsprechend mit Sanktionen reagiert. Dennoch wird immer wieder Rechtsstaatlichkeit und staatlicher Selbstverwaltung auf dieser Ebene diskutiert.

Die deutsche Rechtsprechung ist in einigen Belangen zweifelsohne suspekt. Erschwerend kommt hinzu, dass seit einigen Jahren ein sukzessiver Umbau des Rechtssystems vorgenommen wird, um eine Anpassung bzw. einen Übergang in ein gesamteuropäisches Rechtssystem zu ermöglichen. Aus diesem Grund ist es meiner Ansicht nach völlig abstrakt, Rechtsansprüche wie sie in der Gemeinde der s.g. Aufklärer gefordert werden, mit Hilfe der gängigen Rechtsprechung zu erwirken. Aber selbst wenn es einen Richter geben würde der aufgrund einer Argumentationskette ein Urteil fällt, stellt sich noch immer die Frage nach der Durchführbarkeit. Die gängige Gesetzgebung sieht für diesen Fall nichts vor. Das ist auch so gewollt, da sich zwei unterschiedliche Regelwerke gegenseitig behindern würden.

Folgerichtig wäre also, das übergeordnete Regelwerk komplett zu ändern. Dieses „Recht“ kann aber NICHT durch einen Richterspruch eingeräumt werden. Dieses Recht muss man sich nehmen. Jene die dies auch tatsächlich machen nennt man Revolutionäre und das Ereignis drum herum, Revolution. Am Ende entsteht als Folge aus diesem Ereignis, ein anderes Rechts- bzw. Gesellschaftssystem. Einen anderen Weg gibt es nicht und hat es auch in der Menschheitsgeschichte nie gegeben.

Für unser Casino bedeutet das, dass ein geändertes übergeordnetes Rechtssystem, andere interne Regelungen zur Folge haben kann (aber nicht zwingend haben muss). Abgesehen davon bleiben die Spielregeln der Spiele von einer neuen Gesetzgebung unberührt. Schließlich braucht es für ein Zusammenspiel der Akteure einen kleinsten gemeinsamen Nenner.

Diese Ausführungen sollten verdeutlichen wie idiotisch, paradox und kontraproduktiv eine, auf Ideologien basierende Herangehensweise für unser gesellschaftliches Problem ist. Ideologie ist bei genauerer Betrachtung auch nichts anderes als ein untergeordnetes Regelwerk mit einem kleinsten gemeinsamen Nenner – wie an den verschiedenen Spieltischen des „Casinos“. Jeder spielt das Spiel, das ihm persönlich lieber ist.

Kommen wir zu den Ergebnissen meiner Analysen.

Im ewigen Spiel um Ideologien gibt es Initiatoren, Förderer, Überzeugte und Gläubige. Ob die Initiatoren wissen was sie anrichten, ließe sich aus ihren Intentionen schlussfolgern. Aber wer kennt schon deren wahre Absichten? Die Förderer ziehen entweder einen Nutzen aus der Verbreitung von Ideologien oder tendieren in die Richtung der Überzeugten. Letztere haben so viel „Zeug“ in sich aufgenommen, dass schlicht und einfach kein Platz für eine unvoreingenommene Sichtweise vorhanden ist. Schließlich gibt es noch die Gläubigen, die alles glauben ohne selbstkritisch zu hinterfragen. Leider sind Gläubige auch aktiv an der Verbreitung ihres (Irr)Glaubens beteiligt.

Eigentlich sollte jeder vernunftbegabte Mensch in der Lage sein, diese Problematiken zu verstehen. Paradoxerweise erkennt jeder Mensch die Fehler seiner Nächsten, aber die eigenen Fehler verschwinden hinter dem Dunstschleier von Überzeugungen und Glaubensbekenntnissen. Von mir aus kann jeder tun und lassen was er will, so lange einem anderen kein Schaden daraus erwächst. Aber genau da liegt das Problem. Das vermeintliche Recht des einen ist das Unrecht eines anderen. Dies sollte sich jeder hinter die Ohren schreiben, der lauthals „sein“ Recht fordert.

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15 Gedanken zu „Das Casino

  1. Du sagst es.
    Wer sich auf eine Verfassung in DE von 1918 (frei erfunden) bezieht, findet einen Besseren, der eine Verfassung von 1732 (frei erfunden, mich hat der Wortlaut von Verfassungen nie interessiert) zitiert.
    Reine Kraftverschwendung.
    Wir schaffen eine neue, eine glückliche Welt mit:
    Ich höre auf mein Herz. Mein Verstand wird die Absicht meines Herzens hier wandeln in die Tat.
    Nein, das ist nicht Esoquatsch.
    Ja, alles Andere ist Rechthabereigelabere.

    • Danke Thom, leider ist die geistige Entwicklung der Menschheit noch nicht so weit gediehen, dass wir ohne Regelwerke auskommen. Wenn die Entwicklung in diesem Tempo weiter geht, brauchen wir noch gefühlte 1 Mrd. Jahre.

      MfG

  2. Ich ahne, was du uns mitteilen möchtest.

    Die ‚Deutsches Reich‘ Anhänger beziehen sich zum Beispiel auf ein Urteil des BVG (sie tun jedenfalls so, obwohl sie sich nur auf die Begründung zum Urteil berufen) und die auf ‚Selbstverwaltung‘ „machen“, stützen sich auf § 1 BGB und jaulen einem die Ohren voll mit „ihrer“ ‚Natürlichen Person‘.

    Mir kommt das alles so vor, als ob ein Monotheist sich zur angeblichen Vielgötterei des „Hinduismus“ äußert, ein Fisch mir die Vorzüge des Waldlebens erklärt, ein Sklave einem Freien die Freiheit erläutert, das Mitglied einer Religionsorganisation davon überzeugt ist, was denn die katholische Kirche (nicht mit großem ‚K‘) sei oder die Höhlenbewohner des Herrn Plato von den Schatten an der Wand stur weiter behaupten, dass diese Schatten wirkliche Menschen sind und es sich um die Realität handelt, weil das sieht man doch, „denn schließlich sei die Welt eine runde Scheibe“ und „es ist doch wohl logisch, wenn die Erde ein Ellipsoid wäre, man doch wohl logischerweise auf der anderen Seite runterfallen muss“ oder die eine Gruppe fanatisch glaubt, die Erde kreise um die Sonne, während die andere meint den Beweis gefunden zu haben glaubt, dass die Sonne um die Erde kreist, wovon ich zwar weiterhin überzeugt bin, aber eben weiß, dass ich das zur Zeit „wissenschaftlich“ nicht beweisen kann und anerkenne, dass es so sein kann, wie es die Anhänger des Kopernikus behaupten, obwohl auch sie im Moment noch keinen „wissenschaftlichen“ Beweis dafür nennen können.

    Ich denke, dass die meisten Menschen überhaupt gar nicht begriffen haben, was denn überhaupt mit ‚RECHT‘ (IUS) oder dem „Rechtssystem“ verstanden werden muss und deshalb auch ständig Gesetz(e) (Lex) und richterliche Urteile (Auslegungen der Gesetze) mit dem ‚Recht‘ als solchem verwechseln. Das ‚RECHT‘ (IUS) oder meinetwegen ein ‚übergeordnetes‘ „neues“ Rechtssystem ist im Grunde doch auch nichts weiter als ein Philosophie, eine ideologisch eingefärbte, ich sage eingetrübte, Weltanschauung.

    Meiner Auffassung nach brauchen wir einen System-Austausch und nicht nur den wiederholten Wechsel von Paradigmen. Mit deinen Worten: Das Casino muss geschlossen werden, dann ist es abzureißen und an seiner Stelle – wenn dann überhaupt gewollt – kommt eine Freizeit- und Erholungsanlage. Sonst werden im Casino nämlich nur die Mitarbeiter ausgetauscht, „neue“ Spiele machen die Runde und von Zeit zu Zeit gibt es halt mal einen Tapetenwechsel (Paradigmawechsel) oder eine andere Farbe, die gerade „Mode“ ist.

    Und mit meinen Worten, die Sklavengesellschaften schaffen sich selbst ab, die Menschenfarmen werden aufgelöst, das Stacheldraht der Freigehege abgebaut, die Zoos mit ihren Gehegen und Käfigen werden geschlossen, denn ansonsten bleibt alles so, wie die vergangenen vier- bis fünftausend Jahre: Wechsel der Religionen, Weltanschauungen und Ideologien, die irgendeinem „übergeordneten“ ‚Gott‘, menschen-gemachten ‚Gärtnern‘, einem IUS oder sonst irgendetwas nebulösen anhängen oder glauben. Und das kommt nicht von außen und kann auch nicht von Außen aufgezwungen werden, sondern ist eine Entscheidung meiner Selbst und wie ich mit anderen Menschen gemeinsam oder auch getrennt von einander Leben will.

    Nach meiner Auffassung wird es diesen System-Austausch möglicherweise erst in drei-, fünf- oder zehntausend Jahren geben – das hängt aber sicherlich damit zusammen, wie ich die Welt wahrnehme, vielleicht geschieht es ja auch in einer weltweiten großen „Erleuchtung“ über Nacht – aber solange ich nicht erkannte, dass ich nicht das Sein selbst, sondern ein immaterielles Selbst in einem guten Sein bin, dass zwar der Vergänglichkeit unterworfen zu sein scheint und vom Bösen verdorben werden kann, war ich im Denken, Sagen und Tun der hier herrschenden Schuldkultur unterworfen und von ihr in meiner Emotion und im Denken selbst gefangen.

    Der Bunzel einer H.E. GD HRM HMSG CT MMM
    Seine Göttliche Gnade
    georg löding
    राम अवत कृष्ण יוחנן אליהו
    ram avatara krishna jauhuchanam ulijauhu
    Magistra Magnificus Metamagicus
    Würdenträger ewiger Unantastbarkeit

    • Eigentlich wollte ich mit dem Artikel zum Ausdruck bringen, dass die Regeln der Herrschenden, von eben jenen aufgestellt wurden und daher dem angestrebten Ziel, der Abschaffung dieser Kastenstrukturen und dem Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung, nicht dienlich sein können. Ebenso verhält es sich mit den Gesetzen anderer, älterer Herrscher, die, lediglich einer anderen Agenda folgend und, zumal nicht mehr gültig, auch mit aktuellen Gesetzen kollidieren. Anders als die Masse dieser speziellen Aufklärer sehe ich noch die weitaus größere Masse der Zaghaften und nicht Aufgeklärten. Statt ihnen nur die Wahl zwischen zwei Seiten zu bieten, offeriere ich eine Alternative, abseits des ach so geliebten teile und herrsche Spiels.

      MfG

  3. Der Unterschied zwischen einem Casino und einem Staat ist aber:
    In ein Casino muss ich erst gar nicht eintreten, in einen Staat werde ich zwangsverordnet eingeboren.

    @jauhuchanam
    Ein Tapetenwechsel im Casino wäre nicht gleichzustellen mit einem Paradigmenwechsel.
    Selbst der Etikettenaustausch von „Casino“ zu „Freizeit- u. Erholungsanlage“ wäre kein Paradigmenwechsel, da zwischen den beiden nur ein nomineller, aber weder eine unterschiedliche Zweckorientierung noch ein methodisch unterschiedlicher Status festgestellt werden kann.
    Ein Paradigmenwechsel wäre demnach frühestens erreicht, wenn etwa dort ein Krankenhaus mit einer „Neuen Medizin“ entstünde oder das Gelände schlicht der Natur überlassen bliebe.

    Zurück zum Thema:
    Und was das Gesetz angeht, würde ich unterscheiden wollen zwischen „lex naturaliter“ und „lex humaniter“.
    Das erstere ist ein „Regelwerk“ eo ipso (also naturgemäß und selbstorganisierend entstanden), das zweitere ein künstlich erzwungenes Regelwerk „aerugine“ (Interessenkonstrukt der Gewinnsucht, des Eigennutzes und fremdgesteuert ohne Autorisierung).

    Mithilfe letzteren dieses durch sich selbst abzuschaffen oder auch nur wesentlich ändern zu wollen, gleicht dem Versuch, den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen.

    Und egal welcher Standpunkt überall diskutiert wird zum Thema „Staatskonstrukt“ etc. –
    Es ist das Staatskonstrukt selbst (egal welcher Architekt und welche Architektur sich dabei maßgeblich zeigte!), welches aus sich selbst heraus, seinem ursprünglichen Wesen nach jene Ungerechtigkeiten produzieren MUSS, die allenthalben beklagt werden.
    Gleichwohl, die Beschwerdeführer haben dann doch nichts Besseres zu tun als zu behaupten, 3-1-2 sei eine wesentlich bessere Variante als 1-2-3, auch wenn in Quersumme letztlich immer dasselbe heraus kommt.

    Es kann also mit Fug und Recht behauptet werden, dass es soetwas wie eine „Staatsreform“ nicht geben kann, genauso wenig, wie eine „Kapitalismusreform“!
    Aus einer Tulpe macht man keine Rose und Scheiße stinkt selbst dann, wenn man sie in Praliné-Form bringt, in Goldfolie einwickelt und fortan vornehm „Exkrement“ nennt.

    Das Wort „Reform“ sagt es überdies bereits deutlich: „Wiederformung“ oder „Rückformung“ im Sinne einer nur variierten Rekonstitution einer „Altform“, also dem genauen Gegenteil von „Anderform“ oder „Gar-nicht-Form“.

    Auch eine „Revolution“ ist semantischer Unsinn im Zusammenhang mit einer Neuorientierung, da sie schlicht die Rückentwicklung zu vorvergangenen Formen beschreibt, also nix Neues, sondern lediglich die Rückkehr zu altvorderen, seliggesprochenen Modellen („Wir wollen unsern´n guten alten Kaiser Wilhelm wieder hamm!“.

    Einen Sumpf legt man trocken, indem man ihm die Zuflüsse kappt.
    Frage sich einfach ein jeder, was diese beklagten „Staatswesen“ zu ihrer Aufrechterhaltung essentiell benötigen, dann hat er die Antwort auf die Frage nach Mittel und Methoden für die oft propagierte gewünschte Veränderungsabsicht, muss sich aber gleichzeitig darauf einlassen wollen, dass dann auch keine Froschschenkel mehr auf den Tisch kommen!^^

    • Möglicherweise verstehe ich sowohl unter System und Paradigma als auch zwischen Wechsel und Austausch etwas anderes.

      Ansonsten ist meine Sichtweise zu „Reform“ und „Revolution“ eine ähnliche, wie deine. Ich halte sie für einen kompletten Irrsein und Wahn.

      Deine indirekte Frage beantworte ich so: „Es benötigt Falschgeld auf den ein Zins (in welcher Form auch immer) erhoben wird. Dies hat viel mit dem gesellschaftlichen Unterbau, der auf einer ‚Schuld-Kultur‘ beruht zu tun.“

      • Ist im Grunde genommen auch wumpe^^

        “Es benötigt Falschgeld auf den ein Zins (in welcher Form auch immer) erhoben wird. Dies hat viel mit dem gesellschaftlichen Unterbau, der auf einer ‘Schuld-Kultur’ beruht zu tun.”

        Hierzu würde ich anmerken wollen, dass das einerseits natürlich richtig ist, aber den Kern des Problems, zumindest aus meiner Sicht, nicht wirklich berührt.
        Ja, „(Falsch)Geld“ und „Zins“ (und „Zinseszins“ sowieso) sind starke Überträger des Virus, der die Menschen befallen hat und das System mitträgt.

        Als entscheidender nehme ich aber grundlegende Delegierung der Eigenverantwortung der allermeisten in fast allen Belangen an.
        Insbesondere das Selbst-abhängig-machen in Angelegenheiten, die keineswegs essentiell zu nennen sind.
        Anstatt sich konsequent und kompromisslos zu hinterfragen – wer bin ich, was brauche ich, was ist dazu zu tun? – werden alle unbrauchbaren Surrogate (egal ob physischer, mentaler oder psychischer Natur) zu diesen Fragen konsumiert und es wird sich dafür in Schuldhaft genommen lassen, um diese zu finanzieren oder sich freiwillig in Bringschuld willkürlichen und wesenfremden Normen gegenüber begeben.
        Es werden „Autoritäten“ ohne Not anerkannt, die keiner gewählt hat, die jegliche Rechtfertigung für diesen Anspruch schuldig bleiben (müssen) und zudem schlicht nicht gebraucht werden, würde man nur begriffen haben, wie es anders auch funktionieren kann, aber dazu müsste man ja, siehe oben, alles und vor allem sich hinterfragen – sehr unangenehm, aufwendig und durchaus ent-täuschend.
        Dafür gewinnt man natürlich nur einen kleinen Fanclub und mit dem so erworbenen Status kann man sich leiderleider keine ebensolchen Symbole kaufen^^

        Womit auch wiederum gleich klar wird, dass das, was die meisten für die „Realität“ halten, bestenfalls ein symbolischer Statthalter ist, eine Art Pappmaché-Kulisse im Phantasialand, da wo angeblich das „richtige“ Leben tobt…

        • Ach, der Fanclub wird schon jeden Tag größer.
          „Weiches Wasser bricht den Stein.“

          Sobald der Mensch aus der Höhle des Herrn Plato tritt …
          ja, ja – ich weiß unser Gehirn ist recht faul … 😉

          Und du hast es doch auch gemacht. Was hat dich gelockt aus der Welt der Schatten zu treten?

          • Was hat dich gelockt aus der Welt der Schatten zu treten?

            Das Höhlengleichnis von Plato hinkt etwas.
            Es erfasst nämlich nur diejenigen, gleichwohl vermutlich die Masse der Menschen, die in einer oder gar derselben Höhle geboren wurden.^^
            Damit jemand aus so einer Höhle heraus“gelockt“ werden kann, bedarf es schon wahlweise
            – eines deutlichen Wahrnehmungsunterschiedes zu den anderen Höhlenbewohnern, der dafür sorgt, dass das Deutungsmodell dieser im spürbaren Widerspruch oder zumindest in einer deutlichen Diskrepanz zu der eigenen Deutungserfahrung steht.
            Das wirft dann zwangsläufig Fragen auf.
            Wenn dann die Suche innerhalb der Höhle und der Austausch dazu mit den anderen Höhlenbewohnern keine befriedigenden Antworten erbringt, dann werden möglicherweise Alternativen außerhalb der Höhle gesucht, sofern ein Ausgang vorhanden und zugänglich.
            oder

            – eines „deus ex machina“, eines freundlichen „Meisters von „außerhalb“, der einen herauszieht oder -führt…oder heraustritt.
            oder

            – die Höhle wird nicht nur von Menschen bewohnt, sondern auch von einem gewaltigen schlafenden Höhlenbären in der hintersten dunklen Ecke.
            Beim Suchen nach Antworten wird dieser versehentlich aus seinem Winterschlaf aufgescheucht und Du hast plötzlich einen hervorragenden Grund, das geistige Weite zu suchen^^

            Es soll aber auch Menschen geben, die nicht in einer Höhle geboren werden, sondern auf einer Lichtung.
            Meist ist der Grund dafür eine deutliche Aberration ihres geistigen Zustandes, der allerdings wenig Anerkennung bei den Höhlenbewohnern genießt.
            In der Regel werden sie als „Verrückte“ bezeichnet, die witzigerweise durch vermeintliche Beschränkung eben gerade entschränkter sind als die Höhlenbewohner…

  4. „[ … ] in einen Staat werde ich zwangsverordnet eingeboren.“

    Ja, und wenn es kein Staat ist dann eben in irgendeine andere Gesellschaft oder, wenn ich es vollkommen herunterbreche, in ein biologisches System als ein biologisches Lebewesen.
    Ist es dieses Bewusstsein, woran der Mensch „krankt“ und worauf Kulturen, Weltvorstellungen, Philosophien und Religionen versuchen eine Antwort zu geben, wissend, dass sie keine haben können, weil sie nicht in uns begründet liegen kann, weil wir als biologische Lebewesen aus der Familie der Menschenaffen nur ein Teil einer Entwicklung materieller Prozesse sind?

  5. Ich finde es schon einen Unterschied, ob ich in ein künstliches, weil von willkürlichen Interessen und Defiziten zusammen geschustertes und diktiertes, System zwangsverordnet werde, das mir essentiell in keiner Weise gerecht zu werden vermag oder ob ich als biologischer Organismus qua Prädetermination durch meine biologische Form bestimmten/bestimmenden Regeln und Gesetzmäßigkeiten unterliege, aber durch diese mitnichten daran gehindert werde, das zu sein, was ich eh sein muss, gerade deswegen^^

    Einfacher:
    Die Natur widerspricht sich nicht selbst und schafft keine unauflöslichen Widersprüche, wie es die künstlichen menschlichen Systeme tun.
    Noch perfider:
    Dieselben Systeme, die den Menschen in Widerspruch einmal zu sich selbst und zum anderen zum System stellen, versprechen gleichzeitig gönnerhaft, diesen Widerspruch durch sich, also seine Regeln und Gesetze, Abhilfe zu leisten!

    Kann die Ursache aller Probleme auch deren Lösung sein?
    Ja.
    Indem sie sich abschafft^^

    Mit Deinem Kommentar sprichst Du natürlich auch das alte Problem des „freien Willens“ an, der „Selbstbestimmtheit“ etc.
    Da kann man sich über Sinn/Unsinn oder die Margen trefflich streiten – allein:
    Auch hier ist der entscheidende Unterschied zwischen Determination durch die Natur einerseits und den Staat etc. andererseits der, dass die Determination durch die Natur jede Art auf ihre Weise einschränkt, dies aber gerecht, weil ausnahmslose alle gleichermaßen innerhalb der Art betreffend!
    Und selbst, falls man darauf herum reiten wollte, dass es ja auch in der Tierwelt Hierarchien gibt, so darf man hier anmerken, dass trotzdem jedes Individuum der Art es selbst sein kann.

    Beim Staat etc. sieht dies hingegen ganz anders aus:
    Rechte und Gesetze gelten keineswegs für alle gleich verbindlich bzw. werden nicht gerecht auf alle angewandt.
    Du kannst nicht einfach der sein, der Du bist, denn da gilt es Normen zu erfüllen, die nichts mit Dir und Deiner Entwicklung oder Förderung persönlich zu tun haben, die nicht darin begründet liegen (wie im Tierreich etwa), dass sie der Arterhaltung dienen oder die Gruppe stabilisieren, was wiederum allen zugute käme, sondern nur unter genau diesem Vorwand Forderung und Strafe bei Nichterfüllung anmaßender Erwartungshaltungen direkt zum Einsatz kommen und das von Kleinkindebene an, um den Interessen anderer zu dienen ohne Gegenleistung, die diesen Namen verdiente.

    Ist es dieses Bewusstsein, woran der Mensch “krankt” und worauf Kulturen, Weltvorstellungen, Philosophien und Religionen versuchen eine Antwort zu geben

    Ich denke, dass umgekehrt ein Schuh daraus wird:
    Die Weltvorstellungsmodelle, Philosophien und Religionen sind einzig und allein argumentatorische Systeme, um die jeweils mit ihnen verknüpfte Willkür oder angemaßte Deutungshoheit zur Interessenwahrung eines pseudoelitären Bewusstseins zu verteidigen, wobei die Propagandisten derselben ihre jeweils ganz individuellen Defizite zu kompensieren trachten – leider meist auf Kosten der anderen…

    • Das ist eine sehr treffliche Kurzzusammenfassung.

      Ich drücke mich mal so aus. Menschen herrschen, verwalten und weiden sich an anderen Menschen, die sie auf Menschenfarmen (künstliche Systeme) halten, auf denen für alle etwas dabei ist: die einen leben in Freigehegen, der größte Teil in verschiedenen Zoos mit Gehegen und Käfigen. Kann Staat oder Mafia genannt werden, ich nenne es halt Sklaven-Gesellschaft(en).

      Dies führt mich zur Frage, ob das „schlimm“ ist, was ich bejahe, (aber ich bin ich und nicht ein anderer, der es verneint [meine Beobachtung und Erfahrung]).
      Um in diesem Bild zu bleiben: ich lebe wohl auf einer dieser Menschenfarmen in einem Freigehege, sprich mir geht es „frank und frei gut“ und ich bin mental weitestgehend „abgenabelt“. Beobachte mehr oder weniger die Zoo-Insassen, aber bin ja trotz aller Bemühungen immer noch nicht in der „Freien Wildbahn“. Innerlich zeige ich denen zwar den Vogel und denke mir dabei, „die sind halt verrückt und irre, ganz krank im Kopf, hamse halt nich alle.“ Und dennoch bedrückt es mich emotional: „weil das doch gar nicht so sein muss.“

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