Ein Tag wie jeder andere

Jogger
Bild: n-tv.de

Wo ist nur die Zeit geblieben? Es ist schon wieder Dienstag und das Hamsterrad dreht sich wie eh und jeh. Es erwächst der Eindruck, als sei das Warten auf ein großes Ereignis aufgegeben worden und so macht man eben weiter nach Schema „F“ – arbeiten, konsumieren, essen, schlafen im steten Rhytmus. Ohne den Deutschen ihren Fleiß absprechen zu wollen, gibt es aber noch immer diese Politclique und die ist weiterhin, und viel emsiger als der Durchschnittsbürger damit beschäftigt, auch noch das Letzte Hab und Gut der Deutschen an Großbanken zu vertingeln – und ganz nebenbei (nicht nur) unser Land von der Landkarte zu tilgen. Für diesen Heelerjob entlohnen sie sich auch noch fürstlich aus der Staatskasse, gleichwohl es die Masse der Geringverdiener immer schwerer hat, den Eichstand dieser Kasse aufrecht zu erhalten.

Die Welt ist zwar noch immer das, was sie einmal war, nur wird sie Tag für Tag mehr herunter gewirtschaftet. Der stete Zwang nach immer mehr Wachstum fordert indes seinen Preis. Noch werden die katastrophalen Folgen weitestgehend durch die Propagandamedien verschwiegen bzw., wenn es gar nicht anders geht, herunter gespielt. Es ist praktisch schon wie in den letzten Tagen der DDR. Die Aktuelle Kamera posaunte 150% Planerfüllung in den Äther, wärend die Masse der Bevölkerung schon unwirsch mit den Füßen stampfte und sich zu organisieren begann.

Doch leider hat die politische Führung aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und dafür gesorgt, dass eine Organisation der Massen nicht oder nur sehr bedingt möglich ist. Das Volk indes, hat die gebotenen Möglichkeiten der Selbstdarstellung und Selbsterhöhung dankbar aufgenommen – schließlich ist man nun „wer“ oder man glaubt es zumindest. Diese Einstellung verhindert selbstverständlich, dass sich der Vorgesetzte mit den Untergebenen verbündet. Das selbst die Gesetzgebung nur einem Zweck dient – der Spaltung – wird gern verdrängt oder in seiner Bedeutung herab gewürdigt. Wie verfahren die Kiste in Wahrheit ist, sollten die Prozesse vor dem Bundesverfassungsgericht durch Schachtschneider & Co bewiesen haben, als sie gegen den ESM klagten. Es gibt nur ein gültiges Recht in diesem Land. Das Recht des Stärkeren bzw. des Mächtigen. Zu oft durften wir schon miterleben, wie Unrecht zu Recht gebogen wurde. Doch niemand scheint es zu stören. Vielleicht ja doch… Aber man hat Angst um seine Position, sein Erspartes, sein Lebenswerk oder einfach nur vor den notwendigen Veränderungen.

Ich werde oft gefragt, wie denn eine Veränderung herbei geführt werden kann. Meine absoluten Favoriten sind jedoch die Kandidaten, die sich gleich selbst die Antwort in Frageform geben. Was willst du denn ändern? Soll es wieder so werden wie zu DDR-Zeiten? Was das Eine mit dem Anderen zu tun hat, konnte bisher keiner erklären aber allem Anschein nach gibt es für viele nur die Gesellschaftsformen Kapitalismus oder Sozialismus. Das sie in beiden ihre Haut zum Marte tragen, fällt ihnen gar nicht auf. Das zeigt, wie klein und einfach ein Weltbild gestrickt sein muss, um ganze Massen geistig zu versklaven. Diesen Menschen fehlt etwas, das ich als „Breitbanderfahrung“ bezeichnen will. Das ist auch nicht verwunderlich. Schließlich werden in unserer Gesellschaft Spezialisten gezüchtet, die einen so hohen Spezialisierungsgrad erreicht haben, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ein 4-Minuten Ein oder einen Kaffee zu kochen. Dafür gibt es schließlich Eierkocher und Kaffeeautomaten. Übrigens ist diese Spezialisierung nicht ausschließlich auf hoch technisiertem Niveau zu finden. Selbst im Handwerk oder Kleingewerbe ist sie schon Alltag.

Wenn ein Volk, durch Spezialisierung, von immer weniger, immer mehr weiss, weiss es am Ende nichts von allem Anderen und die Kreativität bleibt auf der Strecke. Dieser Mangel an Kreativität ist dafür verantwortlich, dass einfache Lösungen für ein Problem gar nicht mehr wahr genommen werden – können. Sie befinden sich außerhalb des Spezialgebietes und sind somit nicht existent. Bestenfalls wird versucht, mit programmierten Denkmustern etwas zu erfassen, was in einer anderen Programmiersprache verfasst wurde. Wer etwas von Programmierung versteht weiss, dass jede Programmiersprache seinen eigenen Interpreter benötigt. Anders ist eine Verarbeitung des Programmcodes gar nicht möglich. Nun sollte auch klar werden warum es Zeitgenossen gibt, die ihre Argumente ausschließlich auf zwei verschiedene Aspekte ausrichten und eine dritte oder vierte Lösungsmöglichkeit gar nicht in Betracht ziehen.

Daher ist es notwendig, aus den bekannten Denkstrukturen auszubrechen. Nur so können andere Lösungswege überhaupt erst erahnt werden. Oft wird dann behauptet, man könne aber nicht über seinen eigenen Schatten springen. Diese Aussage ist eine Halbwahrheit. Sie verbirgt nämlich die Tatsache, dass ein „Sprung“ gar nicht notwendig ist. Man muss sich einfach nur drehen (eine Wendung vollziehen) und der Schatten ist überwunden.

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3 Gedanken zu „Ein Tag wie jeder andere

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