Die Wahrheit macht frei

fawkes

Inspiriert vom Titel des Beitrages Die Wahrheit macht frei – Wieso kann ich das nicht so sehen? – beim Lupo Cattivo Blog – kam ich nicht umhin, einige wesentliche Aspekte im unmittelbaren Zusammenhang mit der Wahrheit zu betrachten. Herausragendes Merkmal der Wahrheit ist die höchste Qualität an Reinheit, die im krassen Gegensatz zu allen Qualitäten innerhalb des Systemlebens steht. Die Wahrheit erhebt nicht nur einen Anspruch auf Vollkommenheit, sie ist vollkommen – ebenso wie die Liebe. Und weil diese Vollkommenheit von ihr ausstrahlt, sind immer wieder Menschen bereit, für die Wahrheit einzustehen – auch wenn sie einen hohen Preis dafür zahlen.

Dann gibt es noch die missbrauchte Wahrheit. Eine (Schein)Wahrheit, die im hellen Licht erscheint, weil sie grell angestrahlt wird – wie ein Götzenbild. Um die missbrauchte Wahrheit glaubhaft erscheinen zu lassen, muss mit viel Tam Tam von weiteren Aspekten abgelenkt und der Eindruck erweckt werden, als gäbe es nichts anderes. Mit dieser Scheinwahrheit aufgewachsene Menschen sind nicht einmal annähernd in der Lage, die Wahrheit zu erkennen – selbst wenn sie sich ihrer vollsten Pracht gegenüber sähen. Diese Menschen sind drauf programmiert zu glauben und zur Festigung ihres Glaubens bedient man sich weiterer Scheinwahrheiten, die als Tatsachen dargestellt werden. Das wohl bekannteste Beispiel einer Scheinwahrheit ist das Recht auf freie Meinungsäußerung (Meinungsfreiheit).

Konträr zur Wahrheit steht die Lüge. Im Gegensatz zur Scheinwahrheit die ja immernoch, wenn auch „verbogene“, Bestandteile der Wahrheit enthält, ist die Lüge frei erfunden. Scheinwahrheit und Lüge benötigen viel Raum für Darstellungen und Interpretationen. Da mit der Zeit immer mehr Raum benötigt wird, bleibt auch immer weniger Platz für eigene Meinungen und Erkenntnisse, sodass am Ende Märchen und Lügen jeglichen Raum einnehmen, auch den persönlichen Freiraum, der ursprünglich der freien und persönlichen Entfaltung vorbehalten war. Ein wesentliches Merkmal der Lüge ist, dass sie ständig der (Unter)Stützung bedarf. Sie ist so zersetzend, dass nicht einmal das, eigens zu ihrer Unterstützung errichtete, Lügengerüst diesem Zersetzungsprozess stand hält. Beispiel für eine Lüge ist die „Bekämpfung des internationalen Terrorismus“.

Die Wege zur Wahrheit
Obwohl oder gerade weil so viele Menschen von den Darstellungen der Scheinwahrheiten und Lügen überzeugt sind, besteht eine sehr gute Chance, dass die Wahrheit obsiegt. Als Hilfsmittel dienen hierzu Zweifel und Widersprüche. Diese Hilfsmittel müssen nicht einmal von außen gereicht werden, denn sie sind bereits Bestandteil von Scheinwahrheit und Lüge sowie des Raumes, den sie einnehmen. Jeder Mensch hat die Wahl zwischen (An)Erkennung und Leugnung der Wahrheit. Die (An)Erkennung kann durch veränderte Lebensumstände hervorgerufen werden, oder aber die Folge eines entwicklungsbedingten Erkenntnisprozesses sein. Diese Menschen haben es in der Regel leichter, die Wahrheit zu akzeptieren, doch sind viele von ihnen noch nicht am Ende ihres Weges angelangt. Sie begeben sich dann auf den Weg der Wahrheitssuche, weil ihnen die ganze Wahrheit doch etwas zu „krass“ erscheint oder von ihrer Weltanschauung abweicht. Dies könnte ein Grund für die unterschiedlichen Meinungen und Streitigkeiten innerhalb der Masse der nach Wahrheit Suchenden sein.

Der andere Weg zur Wahrheit ist die Leugnung – ein sehr schmerzvoller und mitunter auch verhängnisvoller Weg. Um die Wahrheit leugnen zu können muss zumindest angenommen werden, dass außer der gelebten Lüge noch etwas anderes existiert. Anderenfalls gäbe es keinen Grund zu leugnen. Da sich diese Menschen oft in einer bequemen Position innerhalb der Gesellschaft befinden, fällt das Loslassen dem entsprechend schwer – ganz besonders im Hinblick auf die unabsehbaren Konsequenzen. Andere hingegen sind vom System so überzeugt, dass jegliche Konfrontation mit der Wahrheit sofort zu Abwehrreaktionen führt. Solche Menschen sind oftmals Teil des Systems. Ähnlich wie bei den Parteifunktionären und den überzeugten Parteimitgliedern der ehemaligen DDR, sehen sie zwar eine Alternative, diese steht jedoch in so krassem Widerspruch zu ihrem Weltbild, dass sie in „der Wahrheit“ eher die Fratze des Teufels sehen wollen und dem entsprechend dagegen ankämpfen. Diese Menschen sind nicht zu retten, da sie sich, entgegen besseren Wissens, an dieses System klammern. Nur ein sehr geringer Teil dieser Systemdiener ist zu einer offenen (An)Erkennung der Wahrheit fähig.

Nicht unerwähnt sollen an dieser Stelle die „Wendehälse“ bleiben. Eine Sorte Mensch, die nur ihren persönlichen Vorteil im Blick hat und die Wahrheit benutzt, um sich daran zu bereichern. Während die Systemdiener nur einer Ideologie folgen oder an das System angepasst wurden, sind Wändehälse die natürlichen Feinde der Wahrheit. Ihre Intelligenz und Wandelbarkeit machen sie zu Gegnern, die man nicht unterschätzen sollte.

Die Gruppe der Nicht-Erkenntnis-Fähigen sind hingegen genau die Systemsklaven, die gemäß ihrer Programmierung alles ausblenden, was nicht systemkonform ist. Diese Menschen handeln zumeist aus der Überzeugung heraus, das man dies oder jenes schon immer so gemacht habe und es daher auch allgemeingültig sein muss. Andere hingegen sind so mit der Pflege ihres Egos beschäftigt, dass sie gar nichts anderes wahrnehmen können. Aber auch in dieser Gruppe gibt es „Überzeugte“, die, gespalten und beherrscht, immer ein Leben gegen die Meinung anderer geführt haben. Es sind Fanatiker. Ihre Überzeugungen zugunsten der Wahrheit aufzugeben, ist für diese Menschen gleichbedeutend mit dem Tod. Immerhin gehen dadurch ihre Lebensinhalte und ihre Identität verloren. Daher werden sie, wie auch die Wendehälse, alles daran setzen, dass die Wahrheit nicht ans Licht kommt.

Die Wahrheit macht frei
Die Anerkennung dieser Tatsache würde die ganze Welt verändern. Für einige wenige sicherlich zum Nachteil, für den Großteil der Weltbevölkerung jedoch würde dies einen unabschätzbaren Zugewinn an Lebensqualität bedeuten. Die Wahrheit ist mit nichts vergleichbar und so vollkommen, dass sie keiner Interpretation bedarf.

Advertisements

9 Gedanken zu „Die Wahrheit macht frei

  1. Danke für diese differenzierte Kategorisierung. Sehe ich genau so.
    Widerstand ist zwecklos! Nein, Widerstand ist töricht in anbetracht der Wahrheit.
    Ich behaupte sogar, das die Anerkennung für niemanden zum Nachteil sein würde, weil die Vorteile betrügerisch sind.

  2. Pingback: Unendliche Liebe ist die einzige Wahrheit – Alles andere ist Illusion! « lupo cattivo – gegen die Weltherrschaft

  3. Pingback: Unendliche Liebe ist die einzige Wahrheit – Alles andere ist Illusion! | thedude75

  4. Die Wahrheit ist,daß jeder meint,sie für sich beanspruchen zu dürfen,ohne eine Gegenleistung erbringen zu müssen.

    Diese beruht in der Erkenntnis,daß man der reinen Wahrheit nicht nur Glauben schenkt,sondern ihr auch vertraut. Ohne dieses Ur- Vertrauen auf einen möglichen Erkenntnisgewinn,würde jede noch so große Wahrheit Gefahr laufen,als Selbst- Lüge zu enden.

    Aus diesem Grunde gibt es auch so viele,die den dornigen Weg zur Wahrheit vorzeitig verlassen,um über die hübsch geteerten und/oder ausgetretenen Pfade den Schmeicheleien der schnellen Lüge zu folgen ,damit sie systemgerecht verwertet werden können.

    Vielen Dank für den guten Artikel!

    ALzD

  5. Wie können wir über Wahrheit sprechen, wenn wir nicht einmal wissen ob es überhaupt eine Wahrheit gibt! Was ist wenn alles nur Glaube ist? Wenn unserer eigener Glaube das erschafft was wir sehen, fühlen, erfahren. Dann gibt es keine Wahrheit, sondern nur Glaube. Somit wäre auch das Leben selbst, nur Glaube,- aber wer will dieses wahr haben? Wahr haben das es vielleicht gar keine Wahrheit gibt, sondern nur Unbewußtheit die die Bewußtheit dessen erschafft. Wenn es so wäre, würde uns dieses Wissen ganz allein lassen, niemand mehr da den wir die Schuld zu weisen können, stets waren wir es selbst, der uns das Leid zufügte. Leider konnte ich bis heute nichts anderes sehen, fühlen und erfahren, als das was ich auch glauben konnte. Somit zentriert sich der Geist gegen sich selbst, und richtet sich selbst. Dennn was ich nicht glaube, erscheint auch nicht, bis ich es doch glaube, damit es in Erscheinung treten kann. Schau mal da,- da sitzt ein Frosch! Wo?????? Vielleicht ist es bei anderen anders??????

  6. “Ich glaube an die Wahrheit. Sie zu suchen, nach ihr zu forschen in und um uns, muss unser höchstes Ziel sein.
    Damit dienen wir vor allem dem Gestern und dem Heute. Ohne Wahrheit gibt es keine Sicherheit und keinen Bestand.
    Fürchtet nicht, wenn die ganze Meute aufschreit. Denn nichts ist auf dieser Welt so gehasst und gefürchtet wie die Wahrheit.
    Letzten Endes wird jeder Widerstand gegen die Wahrheit zusammenbrechen wie die Nacht vor dem Tag!”

  7. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an einen Beitrag eines französischen Autors in einem GEO-Heft, Anfang der 80er-Jahre, in dem er beschrieb, wie er eine Insel in der Karibik besuchte, wo man alle sogenannten „Autisten“, „Verrückte“, „Grenzdebile“ u.ä. einfach aussetzte und sich selbst überließ.

    Er stellte zu seiner allergrößten Verwunderung fest, dass es auf der gesamten Insel keine Verbrechen gab außer angelehgentlichem Mundraub, also manchmal jemand sich etwas zu essen nahm, was nicht unbedingt ihm gehörte, woraufhin sich zwar kurzzeitiger Protest erhob, aber keinerlei Ahndung durch irgendjemand vorgenommen wurde.

    Es gab keine körperliche Gewalt und keine wie auch immer begründeten Parteien, abr einen gewählten Bürgermister (zumindest behauptete es dieser so^^) und sogar ein Postamt, das allerdings nur Post innerhalb der Insel von Inselbewohnern an andere Inselbewohner auslieferte.
    Der Journalist war nachgerade beeindruckt davon, wie hier jeder „sein Ding“ leben konnte, durchaus im starken Kontrast zu anderen Lebensentwürfen und sich daraus zu keinem Zeitpunkt ernsthafte Konflikte entwickelten.

    Der einzige Kontakt, der bestand, war, dass etwa 1x im Monat ein Arzt nach dem Rechten sah und ein Versorgungsschiff mit Lebensmitteln anlandete.
    Erstaunlicherweise gab es keinen Streit um die Lebensmittel und niemand bemühte sich, mehr zu haben als irgend ein anderer.
    Wer Hunger hatte aß, wer mehr Hunger hatte, aß mehr – fertig.

    Dem Journalisten kam das Ganze ausgesprochen vernünftig vor und er begann für sich die Frage zu stellen, wo die wahren Wahnsinnigen zu finden seien.
    Sein Fazit zur Wahrheit in diesem Zusammenhang:
    „Wahrheit ist genau das, was der Mensch an ihr zu ertragen imstande ist.“

    Vermutlich ist er damit ganz dicht dran – an der Wahrheit…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s