Es Recht zu machen jederman, ist eine Kunst die keiner kann

EGO
Bild: 3.bp.blogspot.com

Es geht niemals darum, Recht zu haben oder zu behalten. Kann es auch nicht, denn das würde einen Kampf – jeder gegen jeden – herauf beschwören. Dennoch gibt es Zeitgenossen, denen es ausdrücklich darum geht mit ihrer Meinung, mit ihrer Ansicht, Recht zu haben bzw. zu behalten. Diese Einstellung führt weg vom Konsens und begünstigt die Entstehung von Streitigkeiten, die dann in Uneinigkeit (Spaltung) enden. Von mir aus kann sich jeder mit seiner Ansicht im Recht sehen aber man sollte sich vergegenwärtigen, das diese Einstellung destruktiv ist. Über Rechthaberei habe ich schon in einem anderen Kontext geschrieben. Doch diese Eigenschaft tritt in nahezu allen Bereichen des Lebens zutage und weist eindeutig auf ein Problem mit dem Ego hin. Rechthaberei läuft oft auf einen Monolog hinaus, indem die betreffende Person als „Schulmeister“ und von oben herab argumentiert. Früher nannte man das einen „Mangel an Konsensfähigkeit“, heute heißt es „Durchsetzungsvermögen“. Betroffene Personen bemerken oft nicht, dass ihre Rechthaberei genau das Gegenteil von dem bewirkt, was sie erreichen wollen. Sehr oft steht sogar eine positive Intention dahinter, die jedoch mit dem Alleinanspruch auf das „Recht“ ad absurdum geführt wird. Diese Menschen haben ein Problem, das systembedingt ist. Daraus ließe sich folgern, dass Menschen mit einem System-Problem niemals in der Lage sein können das System zu verändern, aus dem ihre Einstellung entsprungen ist. Das liegt in der Natur der Sache.

Daher ist es wichtig, die eigenen Standpunkte oder Einstellung zu hinterfragen. Das ist die einzige Kontrollmöglichkeit. Es gäbe da noch die „Spiegelung“ aber was passiert mit einem Menschen, der sein eigenes Unvermögen durch die Reflektion seiner Gesprächspartner erkennt? Meistens erwächst dann aus den, einst gut gemeinten, Hinweisen ein Streitgespräch, dass nur einem Zweck dienlich ist – der Rechthaberei.

Wie kann man dem nun entgegen treten oder die betreffende Person aus dieser Endlosschleife befreien? Gar nicht, jedenfalls nicht aktiv. Diese Person muss einen Lernschritt vollziehen, indem durch Gespräche mit anderen genügend negative Erfahrungspunkte auf der „Habenseite“ angesammelt wurden. Wenn der Wille zur persönlichen Weiterentwicklung da ist, wird ab einem bestimmten Punkt der Lernprozess automatisch einsetzen. Diese Abfolge ist aber leider nicht der einzige Weg. Verschließt sich die betroffene Person der Erkenntnis, Fehler begangen zu haben, endet das möglicherweise in einem überbordertem Ego, dass zu pflegen der einzig verbleibende Lebensinhalt sein wird.

Wer an der Lösung eines Systemproblems arbeitet, muss zwangsläufig mit anderen Menschen innerhalb dieses Systems interagieren. Diese Interaktion muss aber zwingend konsensorientiert sein. Unterlässt man diese Herangehensweise zu Gunsten der Rechthaberei, werden sich Abgründe zwischen den einzelnen Gruppen auftun, wie jene, die wir gerade zu überwinden versuchen. Wenn wir bspw. von einem anderen Geldsystem reden dürfen wir die nicht vergessen, die unsere Wirtschaft am Leben erhalten und das sind Geschäftsleute und Unternehmer. Übergeht man diese Gruppe in der Frage das Geldsystems, schafft man sehr schnell neue Fronten. Es kann also nicht ausschließlich darum gehen, Veränderungen mit Macht und ohne Rücksicht durchzusetzen. Das wäre nichts anderes als BRD-Scheindemokratie mit anderen Vorzeichen.

Daher ist ganzheitliches Denken von jedem einzelnen gefordert. Da aber eine Person niemals alle Aspekte in sich vereinen kann, ist auch eine (konsensbezogene) Diskussion darüber notwendig. Diesbezüglich noch eine Bemerkung in eigener Sache. Ich sehe mein Wirken vornehmlich als Hinweisgeber. Mir ist bewusst, dass Lösungen nur in Zusammenarbeit mit anderen erarbeitet werden können. Daher ist es nicht zweckdienlich, mit mir über Patentlösungen zu streiten, da ich selbst keine anbiete. Es geht ausschließlich darum den Focus auf Dinge zu richten, die sich der Aufmerksamkeit der Masse entziehen. Es ist müßig, immer wieder darauf hinzuweisen und für Leser, die wirklich jeden Artikel gelesen haben, ermüdend.

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