Das Böse

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Bild: stregato.de

Was ist das Böse? Gibt es das Böse überhaupt? Wenn ja, muss es sich in irgendeiner Form zeigen, sich manifestieren können. Da nichts aus dem Nichts entsteht, müssen bestimmte Faktoren einkalkuliert werden. Diese wiederum sind jedoch beliebig, was die Klassifikation des Bösen erschwert. Im Allgemeinen wird das Böse mit negativen Aspekten in Verbindung gebracht. Das Problem daran ist, das die Deutung „negativ“ einem Bewertungssystem unterliegt. Ebenso wenig muss das Böse zwangsläufig einer Intention folgen. Fakt jedoch ist, das Böse hat einen festen Platz in unserem Leben eingenommen und wo Platz ist, ist auch Raum und wo Raum ist, kann sich etwas ausbreiten. Ebenso kann, je nach Sichtweise, das Böse für den Einen, das Gute für den Anderen sein.

Das personifizierte Böse ist für uns ebensowenig definierbar. In der Vergangenheit gab es einige Menschen, denen diese Eigenschaft zugesprochen wurde aber die Frage nach dem Warum ist bis heute weitestgehend ungeklärt. Vieles deutet sogar darauf hin, dass um dieses Thema mit Absicht ein Mantel des Schweigens gelegt wird. Es wurde auch schon über ein Gen spekuliert, das boshaftes Verhalten verursacht. Aber trotzdem gehen die Fragen nach dem Ursprung des Bösen nicht tief genug.

Global betrachtet könnte man meinen, das Böse sei die Triebfeder der menschlichen Entwicklung und ein wesentlicher Bestandteil der „zivilisierten“ Welt. Bricht man diese Betrachtungsweise auf den einzelnen Menschen herunter, treten wieder gegenteilige Aspekte zutage. Die „westliche“ Welt mit ihren „Wertmaßstäben“ wird, außer von sich selbst, gemeinhin als der Hort des Bösen angesehen. Aus Sicht der westlichen Welt sind jedoch alle Gegner dem Bösen verfallen. Somit wäre jeder Mensch, je nach Blickwinkel, Teil des Bösen bzw. seines Wirkens. Wie zweischneidig das Schert wirklich ist, erkennt man am Beispiel eines einfachen Bankangestellten. Dieser geht seinem Tagwerk nach und schafft Werte für sein Unternehmen. Aus dem Blickwinkel des Angestellten, gehört er zu den „Guten“, weil er der Gesellschaft nicht zur Last fällt und seine Familie selbst versorgt. Das aber die Bank, in der er arbeitet ein Teil dessen ist, was unser Geldsystem destabilisiert, liegt außerhalb des Sichtfeldes des Angestellten. Ein Außenstehender könnte ihn daher als Teil des Bösen betrachten, der seine Energie in diese Bank und zum Schaden anderer einfließen lässt. Noch verrückter wird es, wenn sich Angestellte eines Waffenproduzenten oder Wissenschaftler, die an Massenvernichtungswaffen arbeiten, als Teil des Guten sehen. Das Böse als solches liegt also immer im Blickwinkel des Betrachters und dieser richtet sich nach den jeweiligen Wertmaßstäben. Aber egal wie man es auch dreht und wendet, das Böse scheint immer und überall präsent zu sein und auf uns einzuwirken.

So zieht sich das Böse durch alle Gesellschaftsschichten, durch Politik, Wirtschaft, Bildung, Forschung und selbst durch die Kultur. Es ist fast wie das Spiegelbild aus Faust Tragödie erster Teil. Nur ist es hier der Geist, der stets bejaht, koste es was es wolle.
Und so wird…

Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.

…in sein Gegenteil verkehrt

Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

Uns wird das, ins Positive verkehrte Böse als das Erstrebenswerte, Lebenswerte, Gute dargestellt. Nach dem Motto: „Wenn du brav die Klamotten in unsereren Geschäften kaufst, müssen die Kinder die sie herstellen nicht verhungern und das ist sozial.“ Wie abgrundtief bösartig ist das denn? Bei diesem Beispiel werden meist Stimmen laut die dann, über Einkommen, Preise und Lebenskosten klagen – zu Recht! Aber wirft diese Betrachtung nicht eher weitere Fragen nach den Unsprüngen des Bösen auf? Irgendwer muss doch ein Interesse daran haben, Leid systematisch auf der Welt zu verteilen und der Grund kann doch nicht allein Profitgier sein. Jeder Mensch hat einen Selbsterhaltungstrieb, auch die Kapitalisten. Daher ist es schwer vorstellbar, dass gerade bei ihnen der Ursprung des Bösen zu finden sein soll.

Die Suche muss daher auf die Machtzentren der Welt ausgeweitet werden. Wenn wir genauer beleuchten worauf Macht im Wesentlichen beruht, erkennt man Angst/Furcht. Das ließe sich auch so deuten, dass je mehr Angst verbreitet wird, die Macht dem entsprechend wächst. Nun wissen wir aber aus religiösen und esoterischen Schriften, das Angst die Nahrung des Bösen ist und daraus kann die Schlussfolgerung gezogen werden, dass Macht nur eine andere Bezeichnung für das Böse ist. Die Finale Frage lautet also, „wer hält die Macht in den Händen?“. Ist man gewillt dieser Frage konsequent nachzugehen, erkennt man, aus welcher Quelle das Böse fließt. Aber auch, wie sich die Menschheit daran labt.

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14 Gedanken zu „Das Böse

  1. Ich würde das Thema anders betrachten. Das Böse kommt immer aus dem Mensch und nicht aus Organisationen. Eventuell fördert aber eine Organisation strukturell bedingt das Böse. Bosheit ist auch schon mehr als Egoismus und Eigennutz. Das muss schon an das Körperliche gehen. Letztlich ist aber niemand tief im Inneren richtig böse, böse sind nur die Schutzmechanismen. Wir tragen alle das Kind in uns. Das Böse ist nicht angeboren, es wächst.

    • Selbstverständlich geht „das Böse“ vom Individuum aus. In den Machtzentren konzentriert und organisiert „es“ sich. Dort verlernt man gänzlich, Mensch zu sein.

      • Aber das Böse ist doch der Mensch. Es gehört zum Menschen dazu. Die Organisation aggregiert doch nur. Die Systemelemente in der Organisation werden davon nicht infiziert, aber zum Toolset transformiert. Was aber kein Zwang ist, sondern die Entscheidung des Einzelnen.

        • Die einzelnen Aspekte für sich genommen, bis auf den ersten Satz, könnte man so stehen lassen. Eine genauere Betrachtung verdienen sie aber allemal – erst Recht, was die Entscheidung des Einzelnen betrifft.

          • Es gibt doch eigentlich gar nichts, was nicht nach einer näheren Auseinandersetzung verlangt, oder? Richtig und Falsch funktionieren nicht. Haben eigentlich noch nie funktioniert. Selbst das Böse ist nicht falsch. Und das Böse ist trotzdem der Mensch.

          • Ist das wirklich so trivial? Richtig und falsch funktioniert, den richtigen Kontext vorausgesetzt. Selbstverständlich können wir weitermachen wie bisher und behaupten, das Böse sei ebenso notwendig wie unabwendbar – zumal dem freien Willen unterworfen. Ob das die richtige Einstellung ist, wage ich allerdings zu bezweifeln.

          • Trivial ist es auf keinen Fall. Das Problem von Richtig und Falsch ist doch der Kontext, welcher variabel ist, und damit keine universelle Verurteilung erlaubt. Das Böse ist weder notwendig noch unvermeidbar, sondern oft selbstverschuldet im gesellschaftlichen Kontext.

      • Hoffentlich bist du dir der Tragweite dieser Aussagen im klaren. Wenn du sie aus mehreren Blickwinkeln betrachtest, ergibt das nämlich ein ganz anderes Bild.

        Wanderer sagt gn8 für heute.

  2. Das „Böse“ ist im Grunde genommen auch nichts weiter als ein weiteres Phantasma, wie die Schuld aus dem Hause Feg & Feuer. Wie der Todeskult „Gott“ vergottet und verdingt und personifiziert hat, musste er in seiner Pseudo-Dualität notwendigerweise das „Gegenteil“ von „Gut“ fabrizieren und konstruieren. In der Wirklichkeit gibt es alle diese rein gedanklichen Konstruktionen überhaupt nicht. Bedingt durch die mir beigebrachte Sprache, die eben auch nur ein schwaches Hilfsmittel ist, mich den anderen lebendigen biologischen Lebewesen mit der Bezeichnung Mensch mitzuteilen, müsste ich eigentlich sagen, dass es weder Gott noch Satan, weder Gut noch Böse, weder Himmel noch Hölle gibt.

    Die meisten werden das aber gar nicht verstehen können, weil sie ja in ihrem Denken, in ihrer Vorstellungswelt auf einen vergotten, verdingten und personifizierten Gott abgerichtet, dressiert und konditioniert sind.und deshalb schon die einfachsten Aussagen der Lehre der Liebe [auch „Evangelium“ genannt], die „Jesus“, der „Menschensohn“, der Christus und die inkarnierte „Gottheit“ gelehrt hat, nicht verstanden werden können.
    Die meisten Menschen wissen nicht einmal, dass zentrale Wahrheiten des Evangeliums – also der Lehre der Liebe – Sprachbilder, Gleichnisse und Metaphern sind: „Gott“ ist Licht. „Gott“ ist Liebe. „Gott“ ist Geist. „Gott“ ist Leben, die ewige Vergangenheit, die ewige Gegenwart, die ewige Zukunft. „Gott“ wohnt nicht in von Menschen errichteten Gebäuden. In Ihm leben, weben und sind wir. Sein Name ist Gegenwart. „Keiner hat „Gott“ jemals gesehen, der einzig gezeugte „Gott“ hat ihn uns bekannt gemacht. Im Anfang war der Klang und der Klang war bei „Gott“ und der Klang war „Gott“. Ohne den Klang ist nichts erschaffen worden, was erschaffen worden ist. Der „Vater“ schuf die Überhimmlischen Wesen, die vielen Himmel und die eine Erde.

    Und aus all solchen verschiedenen Metaphern und Sprachbildern, die dazu dienen, sich sein eigenes Sein zu „erklären“, „verständlich“ oder „begreifbar“ zu machen, haben klügere Köpfe als ich, sich einen Gott aus drei Personen (Person = Maske, Rolle, Larve) zurecht gebastelt, die als und nicht wie Vater, Sohn und Geist vom Todeskult „bekannt gemacht“ werden. Damit stehe ich als mir meines Selbst bewussten Menschen, „Gläubigen“ oder „Philosophen“ einem Dilemma gegenüber, nämlich einem in sich vollkommen verbohrten Aberglauben, der aus Annahmen, Vermutungen und den Dingen, den Gegenständen der materiellen und wirklichen Welt und Realität, sich seine „Götter“, Gottheiten, Heiligen, Gott, das Gute und das Böse zurecht phantasiert, fabriziert, konstruiert und gebastelt hat. Vom „Erkenntnisstand“ – nicht zu verwechseln mit dem Wissens- und Informationsstand – befinde ich mich in der „westlichen“, der sogenannten „christlich-abendländischen“ Kultur und „Zivilisation“ damit aber in der gedanklichen Vorstellungswelt irgendwo zwischen dem Kupfer- und dem Bronze Zeitalter, also irgendwo zwischen 7200 und 2500 vor Christus. Und diesen „Geistes-Zustand“, diesen Bewusstseinszustand hält der gewöhnliche Mensch in meiner Umgebung „für das Ende der Fahnenstange“. Er kommt in seinem Denken nicht darüber hinaus, wie ein im Nebel eingehüllter Mensch auf seiner Wanderung durch eine Moorlandschaft ohne Fährtenfinder.

    Nein – ich muss hier noch meinen Widerspruch gegen diese absurden Wahnvorstellungen, die „Marco“ oben formulierte, erheben – der Mensch ist kein Böses-Sein, das „Böse“ kommt nicht aus dem Menschen, es ist nicht selbstverschuldet, die Schutzmechanismen des Menschen sind nicht böse, sondern sehr gut, weil lebensnotwendig.

    Der Mensch ist ein lebendiges biologisches Lebewesen, als solcher ist er sehr gut und sein Sein ist heilig, heilig, heilig. Der Mensch ist ein gutes und heiliges Sein. Der Mensch ist ein gutes Gut. Der Mensch IST GUT!!! Vollkommen gut und heilig, heilig, heilig.

    Keine Färbung der Welt mag diese Wahrheit zu trüben. allerdings verdunkelt sie den Verstand und lähmt und oft vergiftet es sogar die Erkenntnisfähigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit.

    Ich Bin, Ich Bin, Ich Bin
    weil ich lebe, weil ich lebe

    weil ich lebe, Bin Ich der Ich Bin
    weil Ich Bin
    weil Ich Bin
    weil Ich Bin

    Ich Bin der Ich bin
    Ich Bin der Ich Bin
    weil ich lebe, lebe, lebe
    weil ich lebe, Bin Ich der Ich Bin
    *
    **
    ***
    *****
    ********
    I am, I am, I am
    for I live, I live, I live
    I live
    for I am, I am, I am

    I am who I am
    I am who I am
    for I live, I live, I live
    I live for I am who I am
    *
    **
    ***
    *****
    ********
    אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֖ה
    אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֖ה
    אֶֽהְיֶ֖ה אֲשֶׁ֣ר אֶֽהְיֶ֖ה

    eh:jeh ascher eh:jeh (Exedus 3:14)

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