Recht

Recht
Grafik: http://www.meudalismus.dr-wo.de

Beinahe täglich gibt es Situationen, in denen man ins Unrecht versetzt wurde, sich aber dennoch im Recht fühlt. Aus solchen Situationen gehen nicht wenige Streitfälle hervor, die dann schließlich vor einem Gericht landen. Dort wird dann das Recht, abhängig vom Geldbeutel und den Fähigkeiten des Anwaltes zu-recht gebogen. Recht beruht heute nicht mehr auf der Wahrhaftigkeit von Tatsachen, sondern auf Willkür. Eine Rechtschutzversicherung sollte eigentlich in vielen Fällen Unrechtschutzversicherung heißen. Wer schon mal einen Verkehrsunfall hatte und definitiv Schuldlos war, kann ein Lied von der prozentualen Teilschuld singen. Es gibt aber auch andere Formen der „Rechtsprechung“, die mit Recht rein gar nichts mehr gemein haben und lediglich die Interessen anderer schützen sollen. Der (Un)Fall Gustl Mollath ist diesbezüglich einer der eklatantesten Rechtsverstöße unserer Tage.

Es gibt aber auch noch das „Rechthaben“, eine Eigenschaft die viel über den Charakter aussagt. Rechthaberei unterliegt meist Zwängen, aber auch einem übermäßigen Geltungsbedürfnis. Dieser Tage treten jedoch oft Mischformen beider zugleich in Erscheinung, zumeist in Machtpositionen. Gegenüber Vorgesetzten hat es sich eingebürgert kleinbei zu geben, um nicht in Ungnade zu verfallen oder gar den Arbeitsplatz zu gefährden – der Chef hat immer Recht. Hier liegt übrigens auch der Usprung des charakterlichen Untertans. Leider ergeben sich daraus negative Effekte, die sich in einer Kette fortsetzen. Der „Untertan“ sieht sich gezwungen, die erfahrene Demütigung durch, sowie mit dem, „Recht des Stärkeren“ zu kompensieren und benutzt ebenfalls seine Position als Vorgesetzer um Macht gegen die Untergebenen auszuüben. Diese wiederum kompensieren den „Druck von oben“ unter den Kollegen durch Mobbing, im Privatleben unter Bekannten sowie Freunden und schlimmstenfalls in der Familie. Aber auch im Alltag tritt Rechthaberei immer häufiger in Erscheinung und sorgt für Unfrieden in der Bevölkerung.

Rechthaberei ist also äußerst destruktiv. Aber wo liegt ihr Ursprung und wie kann man ihr entgegnen? Am ehesten ließe sie sich vielleicht als gesellschaftliche/gemeinschaftliche Krankheit einordnen. Eine krankende Gemeinschaft bringt in fortgeschrittenen Stadien zumeist abnormales Verhalten hervor – Überheblichkeit, Dekadenz, Geltungssucht, Machtmissbrauch etc. und eben auch Rechthaberei. Dadurch bildet sich eine Abwärtsspirale, die den Zerfall einer Gesellschaft bzw. Gemeinschaft ankündigt. Die Geschichte kennt eine Reihe solcher Beispiele und es sieht ganz danach aus, das wieder die Zeit eines solchen Zusammenbruchs bevor steht.

Der Rechthaberei entgegen zu wirken ist kein leichts Unterfangen. Mir ist nur eine Möglichkeit bekannt und die, setzt eine höhere Position bzw. ein größeres Ansehen gegenüber des Kontrahenden voraus. Mit Vernunft ist da nichts zu machen, da Rechthaberei eine Forderung des Ego ist und Forderungen müssen beglichen werden, sonst drohen Konsequenzen.

Es gibt aber noch „die Einsicht“. Leider zeigt sie sich sehr selten und wenn, dann nur in Momenten der Schwäche. Doch genau darin liegt das Problem unseres höher, schneller, weiter, besser -Systems. Schwächen werden systematisch abtrainiert und diese Konditionierung steht der Einsichtigkeit als schier unüberwindbare Hürde im Wege.

Zusammenfassend könnte die Behauptung aufgestellt werden, dass „Recht“ in jeder Form dem Missbrauch anheim gefallen ist. Eine gänzlich schlechte Voraussetzung für eine Wendung zum Besseren, die nur jeder für sich transformieren kann.

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Ein Gedanke zu „Recht

  1. Pingback: Vor dem Gesetz sind Reiche gleicher | BildDung für das VOLK

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